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Wirtschaft
11/18/2019

Was Österreich zum Top-Standort für Spitzenkräfte macht

Europa dominiert IMD-Ranking zur Attraktivität für Top-Talente. Österreich schafft trotz Steuernachteilen einen Spitzenplatz.

von Hermann Sileitsch-Parzer

Wer weist im globalen Wettstreit um die besten Arbeitskräfte die günstigsten Bedingungen auf? Vergessen Sie das kalifornische Silicon Valley oder die Elite-Unis in den USA und Großbritannien.

Die attraktivsten Arbeitsbedingungen für Spitzenkräfte weltweit sind in (Kontinental-)Europa zu finden. Das ergibt zumindest das jüngste "World Talent Ranking", das die Schweizer Management-Hochschule IMD in Lausanne am Montag - zum mittlerweile sechsten Mal - veröffentlichte.

Österreich verteidigt Platz 4

Besonders erfreulich aus rot-weiß-roter Sicht: Österreich schafft mit Platz vier von 63 Ländern abermals einen Spitzenplatz und wird nur von Schweiz, Dänemark und Schweden abgehängt. Spitzenwerte erzielt die heimische Wirtschaft in den Managerumfragen mit dem heimischen Konzept der Lehrlingsausbildung (Platz 3) sowie dem Stellenwert, den die Lehrlingsausbildung in den Unternehmen genießt (Platz 1).

Hoch motivierte Arbeitskräfte sowie der hohe Stellenwert der Personalsuche bei den Unternehmen sind ebenso auf der Haben-Seite zu verbuchen wie die hohe Lebensqualität (jeweils Platz 2 von 63 Ländern).

Gute Gehälter, hohe Steuern

Die Managergehälter, die in Österreich gezahlt werden, sind von IMD als attraktiv bewertet (laut Ranking 287.770 US-Dollar inklusive Boni ist Platz 5). Ein bekanntes Manko ist die hohe Steuerlast. Beim Punkt Einkommenssteuer hat Österreich mit Platz 62 fast die rote Laterne. Auch die hohen Lebenskosten sind mit Platz 43 im hinteren Bereich zu finden. Negativ wirkt sich auch der Fachkräftemangel aus.

Eher durchschnittlich ist das Abschneiden bei den PISA-Schultests (Platz 23), Sprach- und Finanzkenntnisse (Platz 24), und den generellen Bildungsausgaben (Platz 28). Die Rangliste basiert zum Teil auf harten Zahlen und Fakten, zum Teil aber auch einer Managerumfrage, für die weltweit rund 6.000 Fragebögen abgegeben wurden.

Eidgenossen sind top

Die Schweiz konnte ihren Spitzenplatz heuer erneut behaupten. Bei der Unterkategorie Attraktivität für Spitzenkräfte sind die Eidgenossen nicht zu schlagen, bei den Investitionen und den Qualifikationen/Verfügbarkeit reicht es jeweils für den zweiten Platz.

An der Spitze stünden durchwegs kleine und mittelgroße europäische Volkswirtschaften, die sich durch hohe Lebensstandards und Bildungsausgaben auszeichneten, kommentierte IMD-Direktor Arturo Bris: "Die meisten führenden Volkswirtschaften bauen auf langfristige Talente-Förderung, indem sie auf Investitionen und Entwicklung setzen. Dieser Fokus geht aber über die rein akademischen Aspekte hinaus; er umfasst auch die praktische Umsetzung von Lehrlingsmodellen und die Mitarbeiterausbildung. Dieser Zugang gewährleistet am besten, dass die Nachfrage nach und das Angebot an Talenten aufeinander abgestimmt sind."

Schlusslicht Mongolei

Einige der größten Aufsteiger waren in Asien zu finden, etwa Taiwan/China (+ 7 Plätze, auf  Platz 20) oder Philippinen (+6 Plätze, auf Platz 49). Am meisten verbessern konnten sich Island (+9 Plätze, auf Rang 7) und Litauen (+8 Plätze, auf Rang 28).

Schlusslicht auf Platz 63 ist im heurigen Jahr die Mongolei, die von Venezuela die Rote Laterne übernommen hat.

 

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