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Wirtschaft
10/09/2019

Globales Ranking: Österreich pirscht sich an Top Zwanzig heran

Wettbewerbsfähigkeit: Im Ranking des Weltwirtschaftsforums macht Rot-Weiß-Rot heuer einen Platz gut. Singapur ist Spitze.

von Hermann Sileitsch-Parzer

Eine der global meistbeachteten Ranglisten zur Wettbewerbsfähigkeit ist jene, die das Weltwirtschaftsforum (WEF) alljährlich – seit 1979 – im Oktober veröffentlicht.

Im Wettbewerbsbericht 2019, der in der Nacht auf Mittwoch veröffentlicht wurde, erreicht Österreich Platz 21 unter 141 Ländern. Das ist einen Platz besser als im Vorjahr, die Alpenrepublik hat mit Belgien Platz getauscht. Zum Vergleich: Vor einigen Jahren, nämlich 2013, war sich Platz 16 ausgegangen.

An der Spitze gab es ebenfalls einen Positionswechsel. Der neue Musterknabe Singapur verwies die USA auf Platz zwei. Dahinter komplettiert nun Hongkong die Stockerlplätze – gefolgt von den Niederlanden, der Schweiz und Japan. China ist auf Platz 28.

Stärken und Schwächen

Groß ist die Ernüchterung in Deutschland: Für den Vorjahresdritten ging es vier Plätze bergab – nur noch Platz sieben. Schwächen zeigt Österreichs großer Nachbar bei digitaler Infrastruktur.

Bei den Internetverbindungen via Glasfaser schafft Deutschland nur Platz 72 und ist damit in schlechter Gesellschaft: Österreich schafft hier sogar nur Platz 75, was den schwachen 50. Gesamtrang bei Digitalisierung (Grafik) erklärt.

Besser sieht es hingegen mit der Innovationsfähigkeit aus – dazu zählen Patente, Forschungsausgaben und ein vielseitiges Arbeitskräfteangebot. Deutschland ist da sogar Weltspitze, Österreich zumindest auf Platz 14.

Weitere österreichische Stärken sind etwa der Schutz des Eigentums (Platz 6), gute Basisinfrastruktur wie Strom und Wasser (4) und stabile Wirtschaftsdaten (geteilter Platz 1). Problematisch sind schwache IT-Kenntnisse der Bevölkerung (Platz 40), der Fachkräftemangel (48), Bürokratie (105) und als Dauerbrenner die hohe Steuerlast auf Arbeit (128).

Negativ sieht das WEF traditionell die breite Abdeckung mit Kollektivverträgen: Das gilt als unflexibel bei den Lohnverhandlungen (Platz 140).

Das WEF-Ranking wertet mehr als 100 harte Fakten und eine Umfrage unter fast 17.000 Managern aus. Schlusslichter sind unverändert unterentwickelte und Kriegsländer wie Kongo, Jemen und Tschad.