Warum viele Jugendliche weder arbeiten noch eine Ausbildung machen

Teenager
Rund 140.000 junge Leute in Österreich arbeiten nicht und befinden sich auch nicht in einer Ausbildung. Die Gründe dafür sind unterschiedlich.

"Abgehängt oder nur am Abhängen?": In Deutschland ist, auch vor dem Hintergrund des wachsenden Fachkräftemangels, eine Debatte über Jugendliche entbrannt, die weder erwerbstätig sind, noch eine Ausbildung machen. Im Fachjargon werden diese jungen Menschen zwischen 15 und 29 Jahren Neets genannt (steht für "not in education, employment or training, deutsch: nicht in Ausbildung, Arbeit oder Schulung). In einigen Medien ist gar von der "Generation Neet" die Rede, von "jugendlichen Nichtstuern", denen auch unterstellt wird, "mit Bürgergeld zu chillen".

Die deutsche Bertelsmann-Stiftung, die die Behauptungen einem Faktencheck unterzogen hat, widerspricht. Bei den Neets handle es sich zum größten Teil um unterstützungsbedürftige Jugendliche, deren Zahl vor allem coronabedingt zugenommen habe.

Auch Dennis Tamesberger von der Arbeiterkammer Oberösterreich, der zu dem Thema forscht, kann dem Gerede über jugendliche Nichtstuer nichts abgewinnen. Die Hälfte seien klassische Arbeitslose mit Arbeitswunsch und aktiver Suche. Sie seien Teil der klassischen Jugendarbeitslosigkeit, sagt der Experte, der zu dem Thema forscht. Ein fast ebenso großer Teil habe Betreuungspflichten oder gesundheitliche Probleme, die eine Integration am Arbeitsmarkt erschweren, sagt Tamesberger. Dazu kommen Absolventinnen und Absolventen in Warteposition.

➤ Mehr lesen: Die Jungen, die es auf dem Arbeitsmarkt noch schwerer haben

Kommentare