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Wirtschaft
04/30/2020

Volksbank Vorarlberg steigerte 2019 Gewinn

Der Verkaufs der Liechtenstein-Tochter prägte Jahresergebnis. Kredite wurden aufgrund der Corona-Krise gestundet.

Die Volksbank Vorarlberg hat im vergangenen Jahr dank des Verkaufs der Volksbank AG Liechtenstein den Konzerngewinn nach Steuern von 12,95 Mio. Euro auf den Rekordwert von 44,37 Mio. Euro gesteigert. Vor Steuern lag das Ergebnis mit minus 0,72 Mio. Euro aber noch einmal unter jenem des Vorjahrs (plus 1,03 Mio. Euro), wie aus dem am Mittwoch veröffentlichen Geschäftsbericht hervorging.

Der Verkauf der Auslandstochter in Liechtenstein prägte das Jahresergebnis 2019 der Volksbank Vorarlberg wesentlich.

So war die Differenz zwischen dem Vor- und dem Nach-Steuerergebnis in großen Teilen auf das Ergebnis aus der Entkonsolidierung (44,18 Mio. Euro) zurückzuführen. Die Dividende aus Liechtenstein sei über Jahre Teil des Betriebsergebnisses gewesen, heuer sei dieses erstmals nicht im Konzernergebnis, sondern erst im Ergebnis aus der Entkonsolidierung enthalten, weil das Closing des Verkaufs während des Geschäftsjahrs stattfand, erläuterte der Vorstand die Kennzahlen.

Aus den in den vergangenen beiden Jahren abgeschlossenen Verkäufen der zwei Auslandsbeteiligungen - Schweiz und Liechtenstein - hätten auch Rechts- und Beratungsaufwendungen sowie bilanzielle Umgliederungen resultiert, die das operative Konzernergebnis belasteten, so Vorstandsvorsitzender Gerhard Hamel.

Stärkung des Heimmarkts

Mit dem nun erreichten Ergebnis sah er die Voraussetzungen für eine weitere Stärkung des Heimmarkts Vorarlberg geschaffen. Mit Investitionen in eine Neuausrichtung der Filialen wolle die Volksbank Vorarlberg ein modernes Banking mit deutlichem Mehrwert für Kunden und Mitglieder aufbauen. Auch die Eigenmittelsituation war stark beeinflusst vom Erlös aus dem Verkauf der Liechtenstein-Tochter. Die anrechenbaren Eigenmittel stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 13,7 Prozent auf 195,5 Mio. Euro an, die Eigenmittelquote wuchs von 14,62 auf 19,79 Prozent.

Häuslebauer

Unabhängig vom Verkauf der Liechtenstein-Tochter haben sich die Geschäftsbereiche laut Hamel positiv entwickelt. Das Kreditvolumen ("Forderungen an Kunden") erhöhte sich um 5,1 Prozent auf 1,64 Mrd. Euro, was der Vorstandsvorsitzende mit "der führenden Rolle der Volksbank als gefragte Wohnbaubank in Vorarlberg" begründete. Aber auch im gesamten privaten Bereich sowie in Handel und Gewerbe sei die Kreditnachfrage gestiegen. Die Verbindlichkeiten gegenüber den Kunden - dazu zählen Spar-, Sicht - und Termineinlagen - nahmen von 1,23 Mrd. Euro auf 1,17 Mrd. Euro (minus 4,4 Prozent) ab. Nur geringfügig zurückgegangen ist der Zinsüberschuss von 24,87 auf 24,26 Mio. Euro (minus 2,5 Prozent).

Wertpapiere

Das Wertpapiergeschäft hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden "sehr gut" entwickelt. Das Provisionsergebnis stieg gegenüber dem Geschäftsjahr 2018 auf 17,5 Mio. Euro. Die Bilanzsumme betrug zum Jahresende 2019 rund 2,02 Mrd. Euro nach 2,43 Mrd. Euro (minus 17,0 Prozent) im Jahr davor.

Stundungen

Nach einem guten Start ins Jahr 2020 stehe die Volksbank Vorarlberg wie der gesamte Bankensektor unter dem Einfluss der Coronakrise, so Hamel. "Wir sind persönlich mit unseren Kunden in einem guten Kontakt und sind durch die Krise noch mehr zusammengerückt", stellte er fest. Die Finanzierungsaktivität der vergangenen Wochen gelte als die stärkste in der über 130-jährigen Geschichte der Volksbank Vorarlberg, sagte Hamel. Man habe bis dato rund 900 Konten gestundet, in Summe rund 165 Mio. Euro an privaten und geschäftlichen Krediten.

Inwieweit sich die Krise auf die Realwirtschaft und somit auch auf die Kredit- und Ertragsrisiken der Volksbank Vorarlberg niederschlagen werde, ist laut dem Geschäftsbericht aufgrund der dynamischen Entwicklung nicht abschätzbar. Eine Anpassung der Planung für das Geschäftsjahr 2020 werde derzeit im Volksbanken-Verbund evaluiert. Laut Hamel war man mit den ersten Monaten des Jahres 2020 durchaus zufrieden, die weitere Entwicklung werde sich zeigen.

Aufgrund der Schutzmaßnahmen rund um das Coronavirus musste die Generalversammlung der Volksbank Vorarlberg verschoben werden. "Die Beschlussfassung der Generalversammlung über das Jahresergebnis sowie die Verteilung des Bilanzgewinns und die damit verbundene Beschlussfassung über die Ausschüttung der Dividende auf das Partizipationskapital muss somit ebenfalls zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen", so Hamel. Es werde aber jedenfalls wieder eine Dividendenausschüttung von 7 Prozent an die Partizipationsschein-Inhaber vorgeschlagen werden.

Die Volksbank Vorarlberg mit Sitz in Rankweil (Bez. Feldkirch) betreibt 14 Filialen und beschäftigte 2019 287 Mitarbeiter und zwölf Lehrlinge.

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