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Wirtschaft
04/27/2020

Coronakrise: Das Comeback der etablierten Banken

Die früher so gefeierten Onlinebanken sind hingegen komplett abgemeldet.

von Wolfgang Unterhuber

Österreichs Banken spielen in der Krisenbewältigung eine zentrale Rolle. Laut Finanzministerium haben sie aktuell bisher neue Kredite in Höhe von knapp 17 Milliarden Euro vergeben, im Gegenzug wurden Kredite mit einem Volumen von 15 Milliarden gestundet.

Wer dabei ziemlich abgemeldet ist, sind die Onlinebanken. Sie kommen bei der Krisenbewältigung schlichtweg gar nicht vor.

Dazu Erwin Hameseder, Spartenobmann der Banken für Wien: „Gerade jetzt in der Coronakrise zeigt sich, was unsere österreichischen Banken leisten. Bei komplexen Themen wie Überbrückungsfinanzierungen und den Fördermöglichkeiten für Unternehmen braucht es Experten als Ansprechpartner. Gerade auch die Regierung und die Förderstellen nehmen jetzt die Profis bei den etablierten Banken im Anspruch, um Lösungen zu erarbeiten, die den Österreichern raschen und einfachen Zugang zu Liquidität bringen.“

Onlinebanken spielen keine Rolle

Die Digitalbanken, die nur im Privatkundengeschäft tätig sind, könnten diese Rolle bei weitem nicht erfüllen.

Apropos Privatkunden: „Der Großteil der Stundungen wird von privaten Kreditnehmern in Anspruch genommen. Denn Unternehmen nutzen eher Überbrückungsfinanzierungen um etwaige Liquiditätsengpässe zu kompensieren“, erläutert Hameseder, der auch Obmann der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien ist.

45.000 Stundungen 

Allein in den österreichweit insgesamt 411 Raiffeisenbanken mit ihren 1.546 Filialen wurden bis vergangene Woche bereits 45.000 Stundungen geleistet.

90 Prozent davon, bevor das gesetzliche Moratorium in Kraft trat, wie Hameseder betont. „Das zeigt, dass die Raiffeisenbanken ihrer Verantwortung als regionaler Finanznahversorger voll und ganz nachkommen sind und den Großteil der Stundungen von sich aus gewährt haben.“

Trend zur Regionalität

Auch dabei zeige sich also der Vorteil gegenüber den Digitalbanken. Hameseder zieht hier einen Vergleich: „Bei der Versorgung der Menschen mit landwirtschaftlichen Produkten zeigt sich aktuell ein Trend zur Regionalität. Hochwertige Produkte von regionalen Anbietern für die Kunden boomen, es findet ein Stück weit eine Abkehr vom bisher oft globalisierten Gedanken und Handeln hin zum lokalen und regionalen Dasein statt. Bei Banken ist das ähnlich.“

Finanzieller Nahversorger

Franz Rudorfer, Geschäftsführer der Bndessparte Bank und Versicherung meint, dass die Banken nicht nur ein wesentlicher Teil der systemrelevanten Infrastruktur sind sondern der  finanzielle Nahversorger schlechthin.

Wobei Rudorfer noch einen Aspekt betont, der jetzt ganz besonders zum Tragen komme: „Es sind Menschen, die in den Banken arbeiten. Menschen, die sich um andere Menschen kümmern und helfen, wenn der finanzielle Schuh drückt. Experten, die sich auskennen und hochqualitative Beratung leisten.“

"Persönlicher Draht immens wichtig"

Und wie reagieren die Kunden? Das bisherige Feedback zeigt laut Rudorfer, „dass in einer Krisenzeit wie derzeit gerade der persönliche Draht immens wichtig ist und geschätzt wird.“

Auch wenn die Fülle von Anträgen von hoch motivierten für alle Bankangestellten in Österreich eine besondere Belastungsprobe sei, so Rudorfer, würden alle Anträge so rasch wie möglich erledigt.

"Da hilft der Schulterschluss zur weiteren Beschleunigung der 100-Prozent-Garantie zwischen Regierung und Banken vom Wochenende besonders. Gerade in der jetzigen Situation zählt jeder Tag, denn oft geht es bei den Unternehmen um die Existenz“

„Auch digital kann persönlich sein“

Die in den Banken Beschäftigten sind unter strengen Sicherheitsvorkehrungen im Einsatz. Der Schutz der Gesundheit hat höchste Priorität. Daher sind persönliche Kundentermine nicht immer machbar.

Rudorfer: „Auch, wenn aus Gründen der Gesundheit nicht jeder Termin persönlich möglich ist, haben die Banken Wege geschaffen, wie Kundenberater auch weiterhin via Telefon und Video mit den Kunden in Kontakt sein können.“ Nachsatz: „Auch digital kann persönlich sein“

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