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Wirtschaft
06/09/2021

Voestalpine kehrte in der Corona-Krise in die Gewinnzone zurück

Die Oberösterreicher erzielten im Geschäftsjahr 2020/21 einen Gewinn von 32 Millionen Euro, die Dividende soll erhöht werden.

Der börsennotierte Stahlkonzern voestalpine hat die Verlustzone im Geschäftsjahr 2020/21 (per Ende März) hinter sich gelassen. Unter dem Strich verdienten die Linzer 32 Mio. Euro, nachdem sie im Jahr davor noch 216 Mio. Euro Verlust erlitten hatten.

Die Dividende soll nun von 20 auf 50 Cent je Aktie kräftig aufgestockt werden, wie das Unternehmen heute bekanntgab. Der Konzern tätigte Sonderabschreibungen von 197 Mio. Euro. Der Umsatz sank um 11,4 Prozent auf 11,3 Mrd. Euro.

Effizienzsteigerung

"Neben dem konjunkturellen Rückenwind lieferten vor allem unsere internen Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung einen entscheidenden Beitrag zum positiven Jahresabschluss - trotz Wirtschaftskrise verfügt die voestalpine heute über eine höhere Liquidität und weniger Schulden als noch vor einem Jahr", erklärte Vorstandschef Herbert Eibensteiner.

Das abgelaufene Geschäftsjahr sei "von einem Wirtschaftseinbruch historischen Ausmaßes geprägt" gewesen. Im ersten Quartal 2020/21 sei die Nachfrage in beinahe allen Kundensegmenten massiv eingebrochen, ab dem zweiten Quartal verbesserte sie sich trotz neuerlicher Lockdowns in vielen Märkten und stieg kontinuierlich an.

Vor allem die Automobilindustrie, die die Voest mit Stahlprodukten beliefert, "kehrte überraschend stark aus dem Coronatief zurück". Aktuell verzeichneten beinahe alle wichtigen Kundenbranchen des Konzerns eine "anhaltend hohe Nachfrage". In manchen Bereichen sei sogar "nahezu eine durch Nachholeffekte ausgelöste Überhitzung" feststellbar.

Markante Verbesserung

Die von der Krise besonders stark getroffene Öl- und Gasindustrie beginne sich schrittweise zu erholen. In der Luftfahrt dauert das aber wohl noch etwas länger - hier sei "bestenfalls eine leichte Verbesserung im Laufe des Geschäftsjahres 2021/22" zu erwarten. Der Geschäftsbereich Bahninfrastruktursysteme hingegen habe sich über den gesamten Jahresverlauf hinweg stabil entwickelt. Ein Allzeithoch beim Auftragseingang verbuchte das Segment Lagertechnik, das vom boomenden Online-Handel profitierte.

Die Ergebnisse der voestalpine verbesserten sich von Quartal zu Quartal "markant". Vor Zinsen und Steuern drehte das Ergebnis (EBIT) gegenüber dem Jahr davor von minus 89 Mio. auf plus 115 Mio. Euro - es fielen Sonderabschreibungen in Höhe von 197 Mio. Euro an, die vor allem das 2016 eröffnete Roheisenwerk in Texas sowie auf voestalpine Tubulars in Kindberg (Steiermark) auslösten, wo der Konzern Nahtlosrohre für die Öl- und Gasindustrie herstellt.

Die EBIT-Marge betrug 1 Prozent (Jahr davor: minus 0,7 Prozent). Der Rückgang des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 4 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro sei angesichts der Coronakrise moderat ausgefallen. Das Ergebnis je Aktie drehte von minus 1,24 Euro auf plus 0,24 Euro. Der Personalstand verkleinerte sich um 2 Prozent - von 49.682 auf 48.654 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) zum Ende des Geschäftsjahres.

Zuversicht

Angesichts der nun insgesamt positiven Nachfragesituation und der voraussichtlichen weiteren Erholung der Gesamtkonjunktur ist das Management zuversichtlich für das laufende Geschäftsjahr 2021/22 und rechnet mit einem wesentlichen Anstieg des EBITDA, das zwischen 1,6 und 1,9 Mrd. Euro erreichen soll.

Wichtige Wachstumsimpulse würden auch von den billionenschweren Konjunkturpaketen der EU und USA zur Belebung der Wirtschaft nach der Covid-19-Krise erwartet. Die Krise sei jedoch noch nicht überwunden. Trotz der Verfügbarkeit wirksamer Corona-Impfstoffe und einer steigenden Durchimpfungsrate seien die weitere Entwicklung der Pandemie und deren ökonomische Auswirkungen "noch nicht endgültig absehbar".

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