In den nächsten Wochen wird der Bieterprozess zum Teil neu aufgesetzt.

© APA/BARBARA GINDL

Hypo Alpe Adria
11/28/2014

Verkauf der Hypo-Balkanbanken an Advent geplatzt

Zweiter Anlauf für SEE-Holding-Deal. Advent: "Halten Angebot für Hypo-Balkansparte aufrecht."

von Kid Möchel

Für die Hypo Alpe-Adria-Bank International beginnt der Advent – ohne Advent. Denn: Der gleichnamige US-Fonds hat den Vertrag über den Kauf der SEE-Holding, sprich der Hypo-Balkantöchter, Donnerstagnacht weder angenommen noch unterzeichnet. Die Hypo Alpe-Adria-Bank International, die heute als Abbaueinheit Heta firmiert, hatte dem Bieterkonsortium bestehend aus dem US-Fonds Advent und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) ein exklusives Verkaufsangebot gemacht – angeblich mehrere Hundert Millionen Euro schwer.

Doch die Querschüsse der früheren Hypo-Mutter BayernLB, die sich bei dem geplanten Deal in ihren Rechten verletzt und übergangen fühlt, haben offenbar voll ins Schwarze getroffen. Die Bayern hatten moniert, dass die Republik Österreich schon bei der Übertragung der Hypo-SEE-Holding an die bundeseigenen Fimbag den Segen der Bayern einholen hätte müssen. Wobei die Münchner Landesbanker unmissverständlich klar machten, dass sie dieser Übertragung weder zugestimmt hätten noch zustimmen werden. Das dürfte auch das Bieterkonsortium irritiert haben. Fakt ist: Der erste Versuch, die Balkantöchter der Hypo in Bausch und Bogen zu veräußern, ist kläglich gescheitert.

Jetzt heißt es zurück an den Start. Doch die Verfügungsermächtigung über die SEE-Holding, die der Bund der Heta erteilt hat, ist jetzt erloschen. Nun liegt der Ball bei der Fimbag, der die Balkan-Holding bestehend sechs Banken mit 245 Filialen in fünf Ländern Ende Oktober übertragen worden ist.

Neuer Versuch

Laut Insidern wird die Fimbag den Verkaufsprozess des Südosteuropa-Netzwerkes der Kärntner Skandalbank weiterführen. "Wir gehen davon aus, dass das Bieterkonsortium Advent/EBRD nach wie vor Interesse an der SEE-Holding hat", sagt ein Insider zum KURIER. Advent bestätigte dies am Freitagabend: "Die Verhandlungsteams arbeiten weiter auf einen Abschluss hin", so ein Sprecher von Advent. Dem Vernehmen nach geht man sogar davon aus, dass man ein noch besseres Angebot erzielen könnte.

Hier stellt sich aber die Frage, so Beobachter, ob nicht der Wunsch der Vater des Gedankens ist – und ein verunglückter Deal schöngeredet wird. In der Causa Hypo wäre das nicht das erste Mal.

BayernLB/Hypo Prozess: Frist bis Jänner

Im Milliardenstreit zwischen Hypo Alpe Adria (jetzt Heta) und ihrer ehemaligen Mutter BayernLB um die Rückzahlung von Krediten ist keine rasche Entscheidung des Landgerichts München in Sicht. Nach einem viertägigen Verhandlungsmarathon mit 14 Zeugen setzte die Vorsitzende Richterin Gesa Lutz beiden Seiten am Freitag eine Frist für schriftliche Stellungnahmen bis Ende Jänner.

Danach gibt es möglicherweise weitere Verhandlungstermine, bevor die Richterinnen der Zivilkammer eine Entscheidung treffen. Einen neuen Termin haben sie bisher noch nicht festgelegt. Die BayernLB wartet seit zwei Jahren auf die Rückzahlung von insgesamt 2,4 Milliarden Euro von ihrer einstigen Tochter. Da die notverstaatlichte Bank derzeit abgewickelt wird, hat die Landesbank am Donnerstag das Land Österreich aufgefordert, das Geld binnen 14 Tagen zu zahlen.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.