US-Subventionen und Chinas Marktmacht: Wie Europa kontern kann

Der einzige Weg, der in Europa über niedrigere Energiekosten führt: Ausbau der erneuerbaren Energieträger, sagt Bruegel-Chef Jeronim Zettelmeyer
Jeronim Zettelmeyer, Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts Bruegel, über amerikanische Staatshilfen, Abhängigkeiten von China und wo Europas Chancen liegen.

Sie treibt die EU-Staats- und -Regierungsspitzen beim Gipfel am Donnerstag und Freitag in Brüssel um: die Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft. Die USA subventionieren wie selten zuvor, China lässt seine ökonomischen Muskeln spielen. Für die EU dazwischen, so meint Jeronim Zettelmeyer, gibt es dennoch Spielraum. Nur vor einem warnt der Chef des renommierten Wirtschaftsforschungsinstitutes Bruegel in Brüssel: schon wieder die Subventionsregeln zu lockern und erneut ins Füllhorn staatlicher Beihilfen zu greifen.

KURIER: Europas Anteil am weltweiten BIP sinkt und sinkt. Derzeit liegt es nach den USA und China bei nur noch 16 Prozent. Wird das so weiter gehen?

Jeronim Zettelmeyer: Das ist unvermeidbar. Das Schrumpfen Europas am Welt-BIP, während der Anteil der ärmeren Länder wächst, ist eine gewollte und direkte Konsequenz des Bestrebens, die dauerhafte Ungleichheit zu verringern. Aber jetzt gibt es ein Problem.

Und das wäre?Ein Teil dieses Wachstums findet in einem autokratischen Regime, in China, statt, was Europa und den USA gefährlich werden kann. Wir wollen das Wachstum in China nicht abwürgen, wir verdienen ja selbst daran. Aber andererseits gibt es das daraus entstehende geopolitische Risiko, denn Wachstum in China bedeutet die Stärkung seiner Militärmacht. Und unsere Abhängigkeit von China wächst.

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