US-Finanzminister verfeinerte Unterschrift

This combination shows the signatures of Treasury …
Foto: AP/Uncredited Vorher - nachher: Jacob Lew hat dazugelernt

Jacob Lews bisherige Signatur bot Anlass für Spott. Für neue Dollarscheine hat er sie nachgebessert.

Acht Schleifen, kein erkennbarer Buchstabe: Mit dieser Unterschrift hatte US-Finanzminister Jacob Lew schon vor seinem Amtsantritt Kritik und Spott geerntet. Für die Zeichnung neuer Dollarscheine hat er sich jetzt eine neue zugelegt. Das "Wall Street Journal" sprach von einer "Evolution" der Unterschrift.

Die neue Unterschrift auf den Geldscheinen, die am Dienstag über Twitter präsentiert wurde, ist immer noch ähnlich geschwungen wie dzuvor. Allerdings gehen Vor- und Nachname nicht mehr fließend ineinander über und auch der Anfangsbuchstabe seines zweiten Vornamens, ein J, ist klar zu erkennen. Die Geldscheine mit Lews Unterschrift werden ab Herbst in Umlauf kommen.

Als die geplante Nominierung von US-Präsident Barack Obamas damaligen Stabschef zum Finanzminister im Jänner bekannt geworden war, war in US-Medien heftig über seine Unterschrift gelästert worden, die einem Telefonkabel oder einer Sprungfeder glich. Auch der US-Präsident hatte darüber gescherzt: "Jack hat mir versichert, dass er daran arbeiten wird, zumindest einen Buchstaben leserlich zu machen, damit er nicht unsere Währung entwertet, wenn er als Finanzminister bestätigt werden sollte."

Bilder: Das Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU in Zahlen

Im Juli werden die USA und die Europäische Union die Verhandlungen zu einer gemeinsamen Freihandelszone in Washington aufnehmen. Das sagte US-Präsident Barack Obama am Montag vor dem Auftakt zum G-8-Gipfel im nordirischen Enniskillen. "Wir handeln jedes Jahr mit ungefähr einer Billion US-Dollar in Waren und Dienstleistungen", betonte Obama. "Und wir investieren fast vier Billionen Dollar in die jeweils andere Volkswirtschaft." Durch die Freihandelszone würden "neue Arbeitsplätze und neues Wachstum auf beiden Seiten des Atlantiks" geschaffen, so der US-Präsident. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hat den Start von Verhandlungen über eine europäisch-amerikanische Freihandelszone als "besonderen Tag" gewürdigt. "Das ist ein Zeichen für den starken politischen Willen auf beiden Seiten." "Ein solches Freihandelsabkommen wäre ein Riesenschritt nach vorne", kommentierte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel am Lough Erne. "Unsere Erfahrungen sind, dass überall dort, wo wir solche Abkommen haben, Wachstum entsteht, Handel und Wandel beflügelt werden." Am Ende der Gespräche könnte ein riesiger gemeinsamer Wirtschaftsraum ganz ohne Zölle, Quoten und andere Handelsbarrieren stehen. Der Verzicht auf Zölle und die Angleichung von Produktstandards sollen Einsparungen in dreistelliger Milliardenhöhe bringen. Die Freihandelszone wäre mit 800 Millionen Einwohnern so groß wie keine andere auf der Welt. Die EU und die USA stehen gemeinsam für fast die Hälfte der weltweiten Wirtschaftsleistung. Rund ein Drittel der globalen Handelsströme entfallen allein auf sie. Zwischen beiden Seiten werden Güter und Dienstleistungen im Wert von rund zwei Milliarden Euro getauscht – und das jeden Tag. Unterschiedliche technische Normen, Sicherheitsstandards oder Wettbewerbsvorschriften schränken den Handel jedoch ein. Was für absurde Folgen Handelshemmnisse haben, ist beispielsweise im Luftverkehr zu beobachten. Wenn derzeit bei einem Flug von Frankfurt nach Los Angeles die Hälfte der Fluggäste in New York aussteigt, muss die Maschine halb leer nach L.A. weiterfliegen, weil es nicht gestattet ist, in New York neue Passagiere an Bord zu nehmen. Durch das Abkommen würde die Weltwirtschaft profitieren, weist eine von der Bertelsmann-Stiftung beauftragte und vom Münchner ifo-Institut durchgeführte Studie aus: Die Weltwirtschaftsleistung würde sich demnach langfristig um 3,3 Prozent erhöhen. Zwei Millionen zusätzliche Arbeitsplätze würden zudem geschaffen. Von dem transatlantischen Mammut-Projekt würden laut Studie vor allem die USA profitieren. Dort würden 1,1 Millionen Arbeitsplätze entstehen, das Pro-Kopf-Einkommen um gut 13 Prozent steigen. In den 27 EU-Mitgliedsstaaten könnte das reale Pro-Kopf-Einkommen lediglich um durchschnittlich fünf Prozent höher ausfallen. Laut EU-Berechnungen könnte ein Freihandelsabkommen für die EU einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 120 Mrd. Euro pro Jahr und 400.000 neue Arbeitsplätze bedeuten. Jeder einzelne Haushalt profitierte damit in Höhe von 545 Euro pro Jahr. "Dies ist das billigste Ankurbelungsprogramm, das man sich vorstellen kann", so EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso. Der Nutzen für Österreich? Hier würde die Wirtschaft laut Ifo um 2,7 Prozentpunkte anziehen, 11.600 neue Jobs könnten entstehen. Die heimische Wirtschaft ist nicht sehr intensiv mit der US-Wirtschaft verwoben. Manche Länder müssten laut Studie mit negativen Folgen rechnen – im Speziellen Entwicklungsländer. Denn intensivere Handelsbeziehungen zwischen den USA und der EU hätte zur Folge, dass diese weniger Güter und Dienstleistungen aus dem Rest der Welt importieren würden. Dort käme es dann zu einer Verringerung des realen Pro-Kopf- Einkommens. Betroffen könnten vor allem in Afrika und Zentralasien sein. Auch wenn sich die politischen Vertreter durchwegs optimistisch zum gemeinsamen Wirtschaftsraum äußern, sind schwierige Verhandlungen zu erwarten. Frankreich setzte sich etwa mit der Forderung durch, Film, Musik und andere Medien aus den Verhandlungen zunächst auszuschließen. Paris fürchtet, dass seine Kulturindustrie Nachteile etwa gegenüber Hollywood in Kauf nehmen müsste, wenn beim Abschluss eines Freihandelsabkommens Subventionen wegfallen. Strittig zwischen den USA und der EU ist auch der Agrarbereich, wo auch die Regeln für die Einfuhr von gentechnisch veränderten Futter- oder Lebensmitteln vereinheitlicht werden müssten. Nach Angaben von Greenpeace üben US-Lobbyisten der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft seit Monaten massiv Druck auf die Regierung in Washington aus, um im Rahmen der Verhandlungen die sie störenden Schutzstandards in Europa zu beseitigen. Dabei geht es um Auflagen für die Kennzeichnungen von gentechnischen veränderten Produkten, aber auch um das EU-Verbot für den Einsatz von Rinderwachstumshormonen und sogenannte Chlor-Hühnern. "Weniger Schranken für den Handel bedeuten gleichzeitig weniger Schutz für Umwelt und Verbraucher", warnt Greenpeace.

(apa / aho) Erstellt am
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