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Insolvenzverfahren
04/01/2019

Unglücklich: Bittere Pleite einer Traditionsfirma für Glücksbringer

Das Unternehmen soll nach zwei Todesfällen und mangels Nachfolger geschlossen werden. Zuletzt wurde Produktion nach China ausgelagert.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

„Keiner der Erben nach den verstorbenen Gesellschaftern ist daran interessiert, die Gesellschaft fortzuführen. Die Chancen einer gesamtheitlichen Verwertung des Unternehmens stellen sich meines Erachtens eher ungünstig dar“, teilt der Firmenanwalt und Notgeschäftsführer dem Gericht mit. „Für den Fall, dass der zu bestellende Masseverwalter einen Schließungsantrag stellt, gebe ich daher bereits jetzt die Erklärung ab, der Schließung des Unternehmens zu zustimmen.“ Dazu muss man wissen, dass die beiden gesetzlichen Erben im Ausland leben.

Der österreichische Glücksbringer-Erzeuger M. Lorber GmbH mit Sitz in Wien musste Konkurs anmelden. Das bestätigt Stephan Mazal vom Gläubigerschutzverband Creditreform.

Zum Insolvenzverwalter wurde der renommierte Wiener Sanierungsexperte Stephan Riel bestellt, das Unternehmen vertritt der renommierte Wiener Rechtsanwalt Helmut Platzgummer. Insolvenzexperte Platzgummer wurde vom Handelsgericht Wien zum Notgeschäftsführer bestellt.

Gesellschafter gestorben

Die Gesellschaft betreibt einen Großhandel mit Glücksbringern, Neujahrs- und Silvesterartikeln. Seit 50 Jahren wurden Glücksbringer produziert, weltweit importiert und europaweit exportiert. In den vergangenen Jahren entwickelte sich der Geschäftsgang rückläufig. Alleiniger Geschäftsführer der M. Lorber GmbH war Herr Peter Lorber, er ist am 1. Februar 2019 gestorben, dessen Ehegattin Wilhelmine bereits am 5. September 2018. "Die Gesellschaft war damit führungslos und handlungsunfähig", heißt es weiter.

 

Produktion nach China ausgelagert

"Die Produktion wurde aus Kostengründen nach China ausgelagert, die Vorlagen und Motive für die Glücksbringer kamen weiterhin aus Österreich. Da Konsumenten nicht bereit sind mehr als rund 70 Cent pro Glücksbringer auszugeben, spielte der Preis eine wichtige Rolle", heißt es weiter. "Nach dem Tod des bereits über 80jährigen Gesellschafterehepaares ist der Betrieb nunmehr eingestellt worden."

Die Schulden und das Vermögen

Die Verbindlichkeiten wurden in der Bilanz 2017 mit fast 354.000 Euro beziffert, der Bilanzverlust wurde mit fast 129.000 Euro ausgewiesen, der Verlustvortrag aus den Vorjahren mit 137.700 Euro. Der Umsatz betrug knapp 148.000 Euro. Das Vermögen setzt sich aus dem Warenlager (147.000 Euro) und den Maschinen (13.300 Euro) zusammen.

Die Gläubiger können ihre Forderungen bis 14. Mai 2019 anmelden. Die erste Tagsatzung findet am 28. Mai 2019 statt.

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