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Thomas Schmid, CEO der Staatsholding ÖBAG

© APA/HANS PUNZ / HANS PUNZ

wirtschaft von innen
06/24/2020

Thomas Schmid: Der Mann an der Spitze der Staatsholding ÖBAG

Der rasante Aufstieg zum Chef von Österreichs größter Industrieholding.

von Andrea Hodoschek

Der 44-jährige Tiroler hat eine beachtliche Karriere hingelegt. Aus Minister-Kabinetten schaffte der studierte Jurist und Politikwissenschafter den Sprung an die Spitze der Staatsholding ÖBAG, der mit Abstand größten Industrieholding des Landes.  Er gehört zum engeren Kreis um ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz und Finanzminister Gernot Blümel.

Nach einer Tätigkeit in einer Anwaltskanzlei und dem Gerichtsjahr begann Schmid seine politische Karriere als parlamentarischer Mitarbeiter beim EU-Abgeordneten Paul Rübig. Nach einem kurzen Zwischenspiel als Pressesprecher im Finanz - und im Wissenschaftsministerium wechselte Schmid 2007 zum Büroleiter zu Wolfgang Schüssel,  damals Klubobmann der ÖVP.

2008 dockte Schmid als Pressesprecher beim damaligen Außenminister Michael Spindelegger an, der ihn sehr förderte und mit dem er ins Finanzministerium wechselte. Unter Hans Jörg Schelling wurde Schmid als Generalsekretär zum einflussreichsten  Mann im Finanzministerium. Mit seinem Ehrgeiz machte er sich dort nicht nur Freunde.

Im Finanzministerium war Schmid für die großen Unternehmensbeteiligungen des Bundes zuständig, die von der alten Staatsholding ÖIAG gemanagt wurden. Diese wurde nach einem erfolglosen Zwischenspiel (ÖBIB) 2019  als ÖBAG neu aufgestellt. Es war schnell klar,   dass Schmids Karriere-Ziel Alleinvorstand der ÖBAG hieß. Der Alleinvorstand ist sogar in der Satzung verankert. Die ÖVP und Schmid verhinderten, dass der damalige Koalitionspartner FPÖ einen zweiten, blauen, Vorstand in die ÖBAG hievte.

Verwalter von Milliarden-Werten

Schmid soll, monieren Kritiker, gemeinsam mit der Wirtschaftsanwältin Edith Hlawati, die bereits viele Jahre für die Staatsholding arbeitete, das neue ÖBAG-Gesetz geschrieben haben. In der ÖBAG sind die Anteile des Bundes den heimischen Großunternehmen OMV, Telekom Austria, Post, Bundesimmobilien BIG und den Casinos Austria gebunkert, der Verbundkonzern wird von der ÖBAG verwaltet. Der aktuelle Wert der Beteiligungen liegt aktuell bei 21,1 Milliarden Euro.

Für die ÖBAG sitzt Schmid in den Aufsichtsräten von OMV, Telekom, Lotterien und ist Vorsitzender bei der BIG und dem Verbund.

Schmid ist in der Casinos-Affäre einer der zahlreichen Beschuldigten. Seit Kurzem wird er auch als Beschuldigter in einem  Verfahren wegen des Verdachts auf Kokain-Konsum geführt, die Causa dürfte verjährt sein. Der ÖBAG-Aufsichtsrat hat wie berichtet Schmid das Vertrauen nicht entzogen. Er gab eine eidesstattliche Erklärung ab und bot einen Drogentest an, der negativ ausfiel.

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