© Gerhard Deutsch

Wirtschaft
07/17/2012

Textilhandel: Wetter drückt auf Kauflaune

Zuerst war es zu kalt, dann zu heiß, um im Modehandel zuzuschlagen. Für die Händler bedeutet das weniger Umsatz.

von Ulla Grünbacher

Der April war sehr schlecht", erzählt Gabor Rose, Geschäftsführer der Modekette Jones. Ähnlich erging es diesen Frühling den meisten Textilhändlern. "April und Mai waren nicht so gut", bestätigt der Obmann der Sparte Handel der Wirtschaftkammer Wien, Helmut Schramm. "Durch die geringen Umsätze haben die Händler nicht viel Ware nachgekauft, das kommt ihnen jetzt zugute." Im Schlussverkauf laufen die Händler dadurch nicht Gefahr, auf einem Berg von Waren sitzen zu bleiben.

An den heißen Tagen Anfang Juli wurden eher die Bäder gestürmt als die Geschäfte, erzählt die Textilhändlerin und Obfrau des Bundesgremiums Mode und Freizeit, Jutta Pemsel. "Der Verkauf von leichten Kleidern, Shorts, Trägertops und Bademode ist aber gut gegangen."

Sale

Im laufenden Abverkauf, der 50 Prozent Rabatt und mehr verspricht, "verdienen die Händler praktisch nichts", so Schramm. Für Konsumenten ist Mode derzeit extrem günstig. "Ich habe 20 Kleidungsstücke, sehr schöne Stücke, um 200 Euro gekauft", freut sich eine Käuferin, die auf der Mariahilfer Straße fündig geworden ist.

Händler, die regelmäßig neue Themen und Kollektionen bringen, wie Jones, haben die Saison besser überstanden. "Selbst im Juni und Juli, wenn der Abverkauf läuft, haben wir bereits neue Ware und tendenziell ist mit der neuen Ware mehr Umsatz zu machen als mit dem Abverkauf", führt Gabor Rose aus.

Punkten konnte auch der Handel mit Kleidern. "Bei uns läuft es besser als im Vorjahr", sagt der Pressesprecher von Kleider Bauer, Esned Nezic. "Leichte Freizeithosen gehörten in den vergangenen Wochen zu den Verkaufsschlagern, wie auch Bekleidung in starken Farben."

Hürden

Dem Gros der Modehändler machte jedoch neben der Abhängigkeit vom Wetter zudem das wachsende Angebot im Internet zu schaffen. Onlineshops haben den Vorteil, rund um die Uhr zur Verfügung zu stehen und sowohl vom Wetter als auch von Öffnungszeiten unabhängig zu sein. Eigene Onlineshops wären auch für kleinere Anbieter wichtig, da sich viele Kunden vor dem Kauf informieren. Doch für viele Kleinsthändler ist ein eigener Onlineshop samt ständiger Betreuung einfach zu teuer.

Kleiner Trost für Österreichs Händler: Die deutschen Nachbarn hat es diesmal noch schlimmer erwischt. Nach den regnerischen Wochen sind die Lager voll mit luftiger Sommerkleidung, der Druck ist groß.

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