Wirtschaft
18.04.2018

A1 Telekom Austria: Neue Details zur Datenschutzaffäre

Die Mitarbeiter der zuständigen Abteilung haben in Sachen Löschungsverpflichtung eine neue interne Arbeitsanweisung erhalten.

Rund um die Aufsichtsratssitzung bei der Telekom Austria am Donnerstag steigt die Spannung. So soll Chefaufseher Wolfgang Ruttenstorfer seinen Sessel räumen, obwohl sein Mandat erst 2020 ausläuft. Ihm soll, wie der KURIER berichtete, die Anwältin Edith Hlawati folgen, sie saß schon von 2001 bis 2012 in dem Gremium. Ruttenstorfer wollte keine Stellungnahme abgeben. Laut Magazin Trend will die Republik Österreich als Minderheitseigentümerin als neuen Vorstandschef Thomas Arnoldner vorschlagen. Insider meinen dagegen, dass Arnoldner, der derzeit bei einer Wiener Tochter der Deutschen Telekom werkt, den vakanten Chefposten bei der Tochter A1 Telekom Austria im Sommer übernimmt. Doch den Ton werden weiter die mexikanischen Mehrheitseigentümer angeben.

Indes ist die Aufarbeitung der Datenaffäre bei A1 Telekom Austria noch nicht abgeschlossen. Anwalt Ewald Scheucher hatte bei der Datenschutzbehörde angezeigt, dass A1 14.328 Rufdatensätze von Kunden aus den Jahren 2013 und jünger nicht gelöscht hat. Gegenüber der Behörde räumt A1 nun ein, „dass tatsächlich bei Rechnungeinsprüchen die Löschverpflichtungen nicht eingehalten wurden“. Es wurden „ausschließlich bei schriftlichen Rechnungseinsprüchen die Daten als Bearbeitungsfall separat“ abgespeichert. Nach Bekanntwerden (durch einen KURIER-Bericht) habe man diese umgehend gelöscht. Die Mitarbeiter der zuständigen Abteilung haben in Sachen Löschungspflicht eine neue interne Arbeitsanweisung erhalten. Künftig wird einmal im Monat ein Screening durchgeführt und Daten werden manuell entfernt.

Indes widerspricht Anwalt Scheucher den A1-Angaben. Er teilt der Behörde mit, dass A1 nicht nur bei schriftlichen Einsprüchen Kundendaten speichert, sondern auch bei telefonischen Kundeneinwänden oder bei Problemen mit Anschlüssen und Endgeräten. Er behauptet auch, dass A1 Daten älter als 2013 auf lokalen Datenträgern speichert. Das bestreitet A1. Scheucher hat nun die Datenschutzbehörde aufgefordert, jene 14 A1-Mitarbeiter zu vernehmen, welche die Beschwerdefälle bearbeiten. Der Ball liegt jetzt bei der Datenschutzbehörde.