Billionaire investor Warren Buffett, right, and Microsoft Chairman and co-founder Bill Gates, left, at the Allen & Company Sun Valley Conference in Sun Valley, Idaho, Thursday, July 12, 2012. (Foto:Paul Sakuma/AP/dapd)

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Spendeninitiativen
02/20/2013

Großer Reichtum verpflichtet

Deutscher SAP-Gründer spendiert Vermögen. Österreichs Reiche geben – und schweigen.

von Martina Salomon, Irmgard Kischko

SAP-Gründer Hasso Plattner tritt der US-Spendeninitiative „The Giving Pledge“ von Warren Buffet und Bill Gates bei und vermacht mindestens die Hälfte seines Milliardenvermögens wohltätigen Zwecken. Was tun eigentlich Österreichs Reiche mit ihrem Geld? Zumindest auf dem Papier zahlen sie deutlich mehr Einkommensteuer als in den USA. Manche, wie Hans Peter Haselsteiner, finden, das könnte noch mehr sein: Er hat sich für einen höheren Steuersatz für höchste Einkommen ausgesprochen.

Etliche Reiche haben das Vermögen in Stiftungen geparkt. Wer aber in Österreich sein Geld wohltätigen Zwecken widmet, hängt dies – anders als in den USA – nicht so gern an die große Glocke. So sponsern sowohl der ehemalige als auch der jetzige Chef der Industriellenvereinigung, Veit Sorger und Georg Kapsch, soziale Aktivitäten. Genaueres geben sie nicht preis. Auch bei der Familie Flick ist Diskretion oberstes Gebot. Man unterstütze wissenschaftliche, soziale und künstlerische Aktivitäten, vor allem in der Region Kärnten. Dem exklusiven amerikanischen Spenderclub plane man nicht beizutreten.

Zugeknöpft

Großspender, die Millionen für wohltätige Zwecke ausgeben, sind in Österreich dünn gesät, aber es gibt sie: Von den rund 70 Milliarden Euro, die in den 2700 wirtschaftlichen Privatstiftungen stecken, werden jährlich nach vorsichtigen Schätzungen der Wirtschaftsuniversität Wien etwa 40 Millionen Euro gespendet. Genaueres weiß man nicht. Vor den Vorhang trauen sich nur wenige: Red Bull-Mitbegründer Dietrich Mateschitz etwa, der 70 Millionen Euro in die Salzburger Paracelsus Medizinuniversität steckte und „Wings for Life“ finanziert – ein Institut, das Heilungsmöglichkeiten für Querschnittgelähmte erforscht. Oder der frühere Pharma-Unternehmer Peter Bertalanffy, der zehn Millionen Euro für die Eliteuni Gugging spendete.

Besonders „spendierfreudig“ ist Frank Stronach, er steckt sein Geld derzeit aber am liebsten in die Politik.

Im Stillen agieren die Sinnstifter. Das sind acht Stiftungen, die gemeinsam soziale Projekte unterstützen. Österreichs Steuergesetzgebung macht ihnen das nicht leicht. Entnahmen aus den Stiftungen müssen versteuert werden. „Zu jeder Spende kann ich dann gleich 33,3 Prozent ans Finanzamt überweisen“, sagt ein Wohltäter, der nicht genannt werden will. Der Stiftungsverband wünscht sich denn auch „gesetzliche Impulse, damit mehr in Bewegung kommt“.

Insgesamt ist die Spendenfreudigkeit der Österreicher überwältigend groß: 65 Prozent der Österreicher spenden für den guten Zweck – das sind mehr als in Deutschland, doch die Beträge sind beim Nachbarn mehr als doppelt so hoch. Im Schnitt spenden Österreicher 91 Euro pro Jahr.

Club der Superspender - The Giving Pledge

„Das Spenden-Gelöbnis“ ist eine 2010 von Bill Gates und Warren Buffett gegründete Initiative. Mitglieder können Milliardäre werden, die mindestens die Hälfte ihres Vermögens für wohltätige Zwecke spenden. Wofür genau, bleibt jedem selbst überlassen. Derzeit gibt es 105 Mitglieder.

Der 69-jährige Hasso Plattner stößt scheibchenweise SAP-Aktien ab

Beide wurden mit Software zu Milliardären. Im Vergleich zu Bill Gates, dessen Vermögen auf mehr als 50 Milliarden Euro geschätzt wird, ist SAP-Gründer Hasso Plattner (69) mit 5,95 Milliarden fast ein „armer Schlucker“ im Club der Superspender. Der gebürtige Berliner, der in den USA und Deutschland lebt, trat am Mittwoch öffentlichkeitswirksam dem Verein „The Giving Pledge“ von Bill Gates und Warren Buffett bei. Damit ist er neben Finanzinvestor Nicolas Berggruen der einzige Deutsche, der sich verpflichtet hat, die Hälfte seines Vermögens wohltätigen Zwecken zu spenden.

Plattner hält noch rund zehn Prozent der Aktien an Europas größtem Software-Konzern, dessen Aufsichtsratschef er nach wie vor ist. Monat für Monat stößt er derzeit Aktien im Wert von zehn Millionen Euro ab. Mit den Erlösen finanziert er über seien Stiftung schon jetzt zahlreiche Projekte.

Ein besonderes Anliegen ist Plattner die Bildung. Der Stadt Potsdam schenkte er für 200 Millionen Euro ein eigenes Universitätsinstitut für Softwaresystemtechnik. Die kostenlose Ausbildung an einer technischen Uni sei für ihn die Grundlage des Erfolges gewesen, begründete Plattner. Der begeisterte Segler fördert auch Jungunternehmen und engagiert sich im Kampf gegen Aids.

Nicht nur Plattner zeigt sich großherzig, auch die beiden SAP-Mitgründer Klaus Tschira und Dietmar Hopp sind Großspender. Die Dietmar-Hopp-Stiftung zählt mit 330 Millionen Euro Vermögen zu den größten Privatstiftungen Deutschlands und fördert vor allem Sport, Bildung, Soziales und medizinische Forschung.

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