© APA/AFP/TT NEWS AGENCY/CARL-OLOF ZIMMERMAN

Wirtschaft
01/27/2021

Schwedische Wirtschaft steht trotz Corona relativ gut da

Norwegen und Dänemark ebenfalls top, während Österreich deutlich abgeschlagen ist. Das liegt nicht nur an der Bedeutung des Tourismus.

von Wolfgang Unterhuber

Die Corona-Politik der skandinavischen Länder reicht von Grenzschließungen bis weitgehende Normalität. Wirtschaftlich stehen aber alle gut da. Seit zwei Wochen setzt auch die schwedische Regierung auf schärfere Maßnahmen im Kampf gegen das Virus. So wurde unlängst ein Gesetz verabschiedet, das Maßnahmen wie die Schließung von Geschäften und Einkaufszentren vorsieht.

Wirtschaftlich ist das Land jedenfalls im vergangenen Jahr deutlich besser durch die Corona-Krise gekommen als die meisten anderen EU-Staaten. Die Ökonomen der EU-Kommission erwarten einen Rückgang des schwedischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) gegenüber dem Jahr davor um 3,4 Prozent. EU-weit würde es damit nur Litauen und Irland besser gehen. Österreichs Wirtschaft wird ja über sieben Prozent einbrechen, die deutsche um rund fünf Prozent.

Der Sonderweg

Auch Dänemark hat 2020 weniger unter Corona gelitten als viele andere Länder. Die EU-Kommission geht von einem BIP-Rückgang von knapp vier Prozent aus. Von den skandinavischen Ländern am besten durch die Krise gekommen ist Norwegen. Für 2020 rechnen Ökonomen nur mit einem wirtschaftlichen Minus von zwei Prozent.

Schweden hat seit Beginn der Pandemie bekanntlich einen Sonderweg eingeschlagen. Seit dem Frühjahr blieb das Leben weitgehend normal. Ein Weg, der bekanntlich für Diskussionen sorgt. Es sei aber schwierig zu sagen, ob das allein die Wirtschaft begünstigt habe, zitiert die deutsche ARD Lars Calmfors, Ökonom und Professor an der Universität Stockholm. Grundsätzlich verfüge das Land jedenfalls über eine starke Industrie und sei eines der wettbewerbsfähigsten Länder Europas.

Und: Schweden liegt bei der Digitalisierung viel weiter voran als etwa Österreich. Laut dem Digital Economy and Society Index der EU-Kommission ist man nach Finnland auf dem zweiten Platz in der EU. Homeoffice war in Schweden technisch also kein Thema. Schulen und Kindergärten – weil eben schon gut vernetzt – blieben geöffnet.

Das alles schont auch die Staatsverschuldung. Die ist in Schwedens von knapp 35 Prozent des BIP im Jahr 2019 nur auf rund 40 Prozent im Vorjahr gestiegen. Zum Vergleich: In Deutschland liegt sie bei 70 Prozent des BIP, in Frankreich und Italien bei 100 Prozent und mehr. In Österreich stieg sie von 70 Prozent auf 85 Prozent.

In einer anderen Liga spielt auch Norwegen – wegen der Einnahmen aus der Öl- und Gaswirtschaft. Selbst 2020 wurde noch ein Haushaltsüberschuss von einem Prozent erzielt. Heuer wird die Wirtschaft um mindestens 2,5 Prozent wachsen.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.