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Wirtschaft
01/18/2021

Schuldnerberatung befürchtet massiven Anstieg bei Privatenkonkursen

Wenn Hilfen und Stundungen auslaufen, wird die Insolvenzstatistik kräftig ausschlagen.

Die Corona-Wirtschaftskrise wird sich erst heuer mit Verzögerung in der Insolvenzstatistik niederschlagen. Wenn staatliche Hilfen und Kreditstundungen auslaufen, wird die Pleitewelle ab der Jahresmitte anrollen, erwarten Gläubigerschutzorganisationen. Auch Clemens Mitterlehner von der Schuldnerberatung rechnet mit einem sprunghaften Anstieg bei den Privatinsolvenzen.

"Die Krise bei den Privatinsolvenzen wird sich noch weit in die nächsten Jahre hineinziehen, nicht nur 2021", sagte Mitterlehner am Montag in einem Beitrag des Ö1-Journals. Im Vorjahr haben knapp 7.300 Personen Privatinsolvenz angemeldet, um fast ein Viertel weniger als 2019. Der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) rechnet im Jahr 2021 mit einer 50-prozentigen Zunahme bei den Privatinsolvenzen.

Bei den Kreditstundungen, die mit Ende Jänner auslaufen, fordert Mitterlehner individuelle Lösungen. "Manche haben nur vorübergehend Probleme, manche hatten sie schon vorher. Das immer nur Hinausschieben von Stundungen löst das Problem nicht. Wir schieben einen Berg von Insolenzen vor uns her." Die Schuldnerberatung besorgt rund 70 Prozent der Privatinsolvenzen in Österreich. Sobald die Stundungen ausgelaufen sind, wird mit einem Ansturm gerechnet.

Eine neue EU-Richtlinie soll Erleichterungen für Unternehmen bringen, die in die Pleite geschlittert sind. Nach Mitterlehner sollte dies auch für Private gelten. "Alle Betroffenen sollten zu den gleichen Bedingungen entschuldet werden", so Mitterlehner.

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