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© Region Villach Tourismus / Michael Stabentheiner

Wirtschaft
10/01/2021

Probleme, wenn SUV-Fahrer nachhaltig reisen wollen

Der Weg zum grünen Urlaub bleibt steinig, nicht nur bei der Anreise

von Simone Hoepke

Manche Probleme erledigen sich von selbst. „Overtourism“ zum Beispiel. Die Bruttowertschöpfung der Tourismusbranche ist von 2019 auf 2020 um ein knappes Drittel auf 21 Milliarden Euro zusammengeschrumpft. Mitunter wünschen sich Destinationen wie Hallstatt oder Wien ihre alten Probleme zurück. So weit, so bekannt. Fraglich nur, wie es weitergeht.

Umweltbewusster, so der einhellige Wunsch von Branchenvertretern bei einem Symposium der Bundessparte Tourismus der WKO. Einziges Problem: Die Umsetzung. Und das beginnt schon bei der Anreise. „Einige, die mit dem Autoreisezug fahren wollen, haben besonders große SUV, die gar nicht auf die Waggons passen“, weiß Eva Buzzi, Geschäftsführerin der ÖBB Rail Tours. Dazu kommt, dass außerhalb Österreichs viele Bahnhöfe die Abladestationen für Autoreisezüge streichen, etwa in Italien. Auch, weil im „Sharing“ die Zukunft gesehen wird. Also im Ausleihen von Autos – auch im Urlaub.

Wer umweltschonend mit dem Zug reisen, aber nicht seinen Koffer schleppen möchte, kann übrigens über das ÖBB Gepäckservice seine Koffer abholen und an den Urlaubsort liefern lassen. Detail am Rande: Der Koffer reist nicht mit der Bahn, sondern mit dem Lkw. Eine Folge fehlender ÖBB-Infrastruktur. Gepäckswaggons wurden eingespart, als der Boom der Billigflieger Bahnreisen aus der Mode brachte. Nicht nur bei der Anreise, auch im Hotel klafft eine Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit.

Während allerorts von Nachhaltigkeit die Rede ist, heizen nach wie vor 60 Prozent der Hotels in Österreich mit Öl. Ein Umstieg kostet Geld, die Kassen sind nach der Pandemie leer. „Von einer Überförderung der Branche kann keinesfalls die Rede sein“, sagt Florian Zellmann, bei der Tourismusbank ÖHT für die Corona-Förderungen verantwortlich. Die Eigenkapitalquoten der Branche sind traditionell niedrig: In der Industrie liegen sie durchschnittlich bei 36, im Tourismus bei 14 Prozent. „Wir brauchen dringend eine Erhöhung der Eigenkapitalquote“, sagt Robert Seeber, Tourismussprecher und selbst Gastronom in Linz.

Crowdfunding

Eine Lösung könnte Crowdfunding sein. Für Zellmann auch aus Marketingsicht interessant: „Es geht immer mehr ums Erzählen von Geschichten, das passt gut mit Crowdfunding zusammen.“ Potenzial sieht er bei außergewöhnlichen Projekten, wie Luxus-Campingzelten mit Whirlpool auf der Terrasse. „Man kann Investoren weniger Zinsen zahlen und ihnen dafür fünf Tage im Jahr Urlaub im Glamping-Ressort zur Verfügung stellen. Damit ist Mundpropaganda garantiert“, sagt Zellmann. Simone Hoepke

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