© ÖBB Postbus/Katharina Stögmüller

Wirtschaft
11/19/2020

Postbus-Lenker fordern Trennwände

Um die Lenker sowohl vor Übergriffen zu schützen, als auch die Infektionsgefahr zu mildern, fordert der Postbus-Betriebsrat Schutzmaßnahmen in Bussen.

Mit einem Hammer wurde diese Woche erst ein Busfahrer der Wiener Linien bedroht. Der 36-jähirge Buslenker wies einen Fahrgast auf die Maskenpflicht hin - als Reaktion wurde dem Chauffeur der Tod angedroht. Kein Einzelfall - seit Beginn der Pandemie häufen sich Zwischenfälle zwischen aggressiven Maskenverweigerern und Fahrern der öffentlichen Linien.

In Frankreich etwa wurde im Juli ein 50-jähriger Buschauffeur durch einen Schlag auf den Schädel lebensgefährlich verletzt.

Postbus-Lenker fordern nun via Aussendung dringend Maßnahmen wie Plexiglaswände - einerseits um vor Übergriffen geschützt zu sein, andererseits um das Infektionsrisiko zu senken.

“Wie viele LenkerInnen und Fahrgäste müssen sich anstecken bis Sie handeln?”, richtete Betriebsrats-Vorsitzender Robert Wurm einen dringenden Appell an alle Verantwortlichen in Ostösterreich.

Was in Supermärkten seit März selbstverständlich sei, müsse endlich auch für alle ÖBB-Busse möglich sein.

Die Verkehrsverbünde in Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Kärnten und der Steiermark hätten inzwischen reagiert und laufend sämtliche Linienbusse mit Trennwänden für die Lenker ausgestattet.

“Nur in Oberösterreich, Niederösterreich, Wien und dem Burgenland können sich die Beteiligten offenbar nicht einigen, wer die läppischen Kosten dafür trägt. Dort sind aber weit mehr als die Hälfte unserer 2.200 Linienbusse unterwegs. In diesen Bussen sind gut 1.600 Lenkerinnen und Lenker und ihre Fahrgäste jetzt mitten im zweiten Lockdown weiterhin ungeschützt”, kritisiert Wurm.

Der Einbau einer wirksamen Trennwand in der Fahrerkabine kostet rund 459 Euro – inklusive Material und Arbeitszeit. “Dass weder das Unternehmen noch die Verkehrsverbünde bereit sind, diesen Minimalbetrag zum Schutz von MitarbeiterInnen und Fahrgästen in die Hand zu nehmen, ist eine Schande”, beklagt Wurm.

Verstoß gegen das Arbeitnehmerschutzgesetz

Angesichts dessen, dass die Corona-Pandemie weiterhin völlig außer Kontrolle ist, spricht der Betriebsrat von einem klaren Verstoß gegen das Arbeitnehmerschutzgesetz. “Die Helden der Straße in dieser Pandemie haben ein Recht darauf, so gut es geht geschützt zu werden. Wenn die Verkehrsverbünde und das Unternehmen nicht endlich reagieren, müssen Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Verkehrsministerin Leonore Gewessler per Verordnung eingreifen”, verlangt der Betriebsrat.

Auch nach der Pandemie haben solche Einbauten für Busunternehmen einen Mehrwert. Die Trennwände schützen nicht nur vor COVID-19, sondern auch vor Grippe- und anderen Viren, aber auch vor Übergriffen. “Alleine die Ersparnis der Kosten für etwaige Krankenstände und das Sicherheitsgefühl am Arbeitsplatz würden den Einbau rechtfertigen”, so Wurm.

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