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Wirtschaft
07/29/2022

Palfinger verzeichnet Rekordumsatz im ersten Halbjahr trotzt schwierigem Umfeld

Kranhersteller will im Gesamtjahr 2 Mrd. Euro erwirtschaften. Dynamisches Preismodell soll gestiegene Kosten abfedern.

 

Der Salzburger Kranhersteller Palfinger hat heuer im ersten Halbjahr der schwierigen wirtschaftlichen Lage getrotzt und erstmals die Umsatzschwelle von 1 Mrd. Euro geknackt. Profitiert habe der Konzern zuletzt vor allem von einer hohen Nachfrage, gestiegenen Absatzpreisen sowie günstigen Wechselkurseffekten, erklärte Finanzvorstand Felix Strohbichler am Freitag bei einer Pressekonferenz.

Ein wesentlicher Erfolgsbeitrag komme aber auch dem diversen Produktmix zu, ergänzte Palfinger-CEO Andreas Klauser. Darüber hinaus habe man mit dem mittlerweile abgeschlossenen Erwerb von Minderheitenanteilen am Hakengerätehersteller Guima Palfinger S.A.S sowie der Eröffnung des Technologiezentrums in Köstendorf wichtige Weichen für die weitere Entwicklung gestellt. Letzteres werde in Zukunft auch dazu beitragen, die Nachhaltigkeitsaktivitäten des Unternehmens voranzutreiben, so Klauser.

17,5 Prozent Zuwachs im ersten Halbjahr

Der Konzernumsatz kletterte im ersten Halbjahr auf rund 1,04 Mrd. Euro - ein Zuwachs von 17,5 Prozent. Im umsatzstärksten Geschäftssegment Sales und Services stiegen die Erlöse um kräftige 13 Prozent. Getragen wurde das Resultat in diesem Bereich von einem gestiegenen Output und Preiserhöhungen. "Die Inflation hat naturgemäß unsere Kosten beeinflusst und das mussten wir auch an den Markt weitergeben", erklärte Strohbichler. Auch Währungseffekte hätten die Entwicklung begünstigt. Der Auftragsstand befinde sich auf Rekordniveau.

Parallel dazu seien die Lagerbestände hoch. "Aufgrund des Kriegs von Russland in der Ukraine haben sich die Lieferzeiten und insbesondere die Liefertreue von Lastkraftwagen schwierig dargestellt. Es gab hier Produktionsausfälle und Lieferverzögerungen." Ähnlich verhalte es sich im Bereich Operations, wo laut Strohbichler Probleme in den Lieferketten ebenso hohe Bestände zur Folge hatten. Das sei insofern problematisch, als dadurch die Fertigung und der Vertrieb verzögert würden.

Hohe Preise

Die angespannten Lieferketten sowie die hohen Energie- und Materialkosten hätten sich auch dämpfend auf Ergebnisentwicklung und Profitabilität ausgewirkt. Außerdem habe man die erhöhten Kosten nicht vollends an die Kunden weitergeben können, räumte Strohbichler ein.

Abschläge gab es etwa beim operativen Ergebnis. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging um 12,9 Prozent auf 80,2 Mio. Euro zurück, der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) verringerte sich um 10,5 Prozent auf 119,5 Mio. Euro. Das Konzernergebnis schrumpfte von 56,1 Mio. Euro auf 39,2 Mio. Euro. Die Nettofinanzverschuldung wiederum stieg von 386,1 Mio. auf 604,1 Mio. Euro, was laut dem Finanzvorstand auf die hohen Lagerbestände zurückzuführen ist.

Konkreter Ausblick

Um in Zukunft besser auf gestiegene Kosten reagieren zu können, hat der Konzern zuletzt ein dynamisches Preismodell eingeführt. Konkret werden die Preisvereinbarungen mit den Abnehmern dadurch an einen europäischen Erzeugerpreisindex gebunden, so Strohbichler. Weiche der Referenzpreis stark vom vereinbarten Preis ab, könne es Anpassungen in beide Richtungen geben. Das Zeil sei aber, die Preise stabil zu halten, sagte Klauser dazu.

FĂĽr das zweite Halbjahr 2022 gab sich Palfinger-CEO optimistisch, insbesondere mit Blick auf das vorgegebene Ziel von 2 Mrd. Euro. 2021 wurde ein Jahresumsatz von 1,8 Mrd. Euro erzielt. "Die AuftragsbĂĽcher sind voll, das Dynamic Pricing wird jetzt implementiert und immer mehr sichtbar." FĂĽr Unsicherheiten sorge aber weiter die geopolitische Lage. "Ich denke das Umfeld wird nicht einfacher, Palfinger ist aber gut aufgestellt", gab sich Klauser zuversichtlich.

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