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Wirtschaft
06/23/2020

Österreich in EU-Innovationsranking auf Rang acht

Österreich rückt durch den Brexit auf. Der Sprung in die Gruppe der "innovation leaders" ist aber nicht gelungen.

Nach Rang neun im Vorjahr findet sich Österreich nach dem Ausscheiden des Vereinigten Königreichs aus der EU in der am Dienstag veröffentlichten neuen Ausgabe des "European Innovation Scoreboard" (EIS) auf Rang acht. Damit ist Österreich erneut Teil der "starken Innovatoren". Von dem vielfach geforderten Sprung unter die "Innovationsführer" ist man heuer drei Ränge entfernt.

Gebildet wird diese Gruppe, deren Performance in den Bereichen Forschung, Technologie und Entwicklung (FTI) um mehr als ein Viertel über dem EU-Schnitt liegt, heuer von Schweden, gefolgt von Finnland, Dänemark und den Niederlanden. Neu in diesem Kreis findet sich Luxemburg auf Platz fünf.

Knapp vor Österreich in der zweiten Gruppe liegen Belgien und Deutschland auf den Rängen sechs und sieben. Dahinter - und noch über dem EU-Durchschnitt - folgen Irland und Frankreich, schon leicht unter dem Europa-Schnitt komplettieren Estland und Portugal die Riege der "starken Innovatoren". 2019 lag das Vereinigte Königreich noch drei Plätze vor Österreich in dieser Gruppe. Der neue Bericht weist das Land nach dem "Brexit" nicht mehr aus.

Innovationskraft

Das "European Innovation Scoreboard" erscheint seit 2001 jährlich und vergleicht die Innovationskraft der EU-Länder anhand von 27 Einzelkriterien wie Bildungsniveau, Patentanmeldungen, wissenschaftliche Publikationen oder dem Anteil innovativer Produkte an der Wirtschaftsleistung. Seit 2012 hat Österreich insgesamt 8,9 Prozentpunkte zugelegt, was vor allem einem großen Zuwachs im Jahr 2016 geschuldet war. Mit dem Plus liege man genau im EU-Schnitt, heißt es in dem Bericht.

Als besonderes Stärkefeld Österreichs identifiziert die Auswertung Kooperationen und Verbindungen im FTI-Bereich. So punkte man etwa vor allem bei Co-Publikationen zwischen öffentlichem und privatem Sektor sowie mit internationalen Forschern, der Zusammenarbeit innovativer Klein- und Mittelbetriebe (KMU) mit anderen und bei der Anzahl an ausländischen Doktoratsstudenten. Letzteren und vor allem der internationalen Vernetzung des österreichischen Wissenschaftssystems ist es auch geschuldet, dass das Forschungssystem als besonders "attraktiv" eingeschätzt wird.

Weiters attestiert der Bericht heimischen KMU starke Innovationskraft und streicht die Ausgaben des privaten Sektors in Forschung und Entwicklung (F&E) oder Stärken bei Schutzanmeldungen von geistigem Eigentum hervor. Schwächen ortet das Papier beispielsweise vor allem bei der Anzahl an Arbeitskräften in schnell wachsenden Unternehmen, beim innovationsfreundlichen Umfeld, hinsichtlich der Risikokapital-Ausgaben sowie beim Export von wissensintensiven Services und Innovationsabgaben, die sich nicht auf F&E beziehen.

Finanzierung

Die österreichischen Gesamtausgaben im F&E-Bereich machten dem EIS zufolge zuletzt 3,17 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) aus. Als Ziel hatte die Bundesregierung vor gut zehn Jahren 3,76 Prozent im Jahr 2020 ausgegeben. 2011 hatte man sich auch das Ziel gesetzt, bis heuer in die Gruppe der führenden Innovationsländer vorzustoßen.

"Mit den von uns gesetzten Maßnahmen in der Innovationspolitik wollen wir die Rahmenbedingungen für Kreativität und Innovation optimieren und dazu beitragen, möglichst rasch in die Gruppe der 'innovation leaders' aufzusteigen", erklärte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) in einer Aussendung. Die eingeschlagene Entwicklung gelte es "weiter voranzutreiben".

Für die Geschäftsführer der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), Henrietta Egerth und Klaus Pseiner, schneiden heimische Unternehmen "im europäischen Vergleich hervorragend ab". Das neue EIS-Ranking werten sie als "Anerkennung und Ansporn zugleich".

Für den Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Christoph Neumayer, ist der nunmehrige achte Platz zwar "erfreulich", als FTI-Standort pendle Österreich aber seit 15 Jahren "zwischen den Rängen 6 und 11 hin und her". "Wenn wir zum 'Innovation Leader' werden wollen, dürfen wir aber nicht im 'Stiegenhaus der Zukunft' stehenbleiben, sondern brauchen einen entschlossenen, dynamischen Vorstoß ins oberste Stockwerk - dorthin, wo sich die forschungsstärksten Länder Europas versammelt haben", so Neumayer.

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