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© APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
09/23/2021

OECD sieht vier Schlüssel zu robusten Lieferketten

Ziel müsse sein Risiken vorherzusehen, offene Märkte zu schaffen, Vertrauen aufzubauen und Gefahren zu minimieren.

Der Aufwärtstrend der Wirtschaft wird unverändert durch die weltweiten Lieferengpässe gebremst. Österreichische Unternehmen haben sie nach Berechnungen der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) im zweiten und dritten Quartal 750 Millionen Euro gekostet (der KURIER berichtete). Laut einer Befragung des Münchner IFO-Instituts leidet ein Rekordwert von 70 Prozent der deutschen Industrieunternehmen, an Material-oder Rohstoffmangel. Der Containerstau trifft Europa aber auch beim Export, denn knapp 80 Prozent der Güter, die den Wirtschaftsraum verlassen, tun das auf dem Seeweg.

Derzeit stellen sich „ganz andere Herausforderungen als während der Krise“, so Marion Jansen von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Letztes Jahr ging es aufgrund der sprunghaft gestiegenen Nachfrage um Knappheit bei Testkits, Schutzmasken und Desinfektionsmittel, die gerade aufgrund der weltweiten Lieferketten relativ gut überwunden werden konnte.

In der weltweiten Erholungsphase der Wirtschaft kommt es hingegen zu Engpässen bei Rohstoffen und Vorprodukten. Das liegt laut Jansen auch daran, dass sich die Nachfrage stark geändert habe – deutlich stärker als beispielsweise in der globalen Finanzkrise. So sind beispielsweise Mikrochips weltweit knapp, obwohl die Produktionskapazitäten das Vorkrisenniveau in mehreren Ländern deutlich übersteigen.

Beim Trend weg von der Globalisierung und hin zu regionaleren Produktionsketten zeigt sich kein einheitliches Bild. In der Pazifik-Region habe sich dieser Trend verstärkt, so Vera Philipps vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag. In Europa zeige er sich vor allem bei Herstellern essenzieller Güter. Bei Nicht-Essenziellen zeige sich eher der Versuch, einseitige Abhängigkeiten zu vermeiden, indem Lieferketten diversifiziert werden.

Die OECD hat vier Schlüsselbereiche für resiliente Lieferketten erarbeitet: Risiken vorhersehen, offene Märkte, Vertrauen aufbauen und die Gefahren minimieren. Staaten müssten hier die entsprechenden Bedingungen schaffen, sowohl mit internationalen Abkommen, als auch mit gezielten Eingriffen. Das betrifft zum Beispiel Förderungen für strategisch wichtige Schlüsseltechnologien. Diese seien im internationalen Handel vor allem dann gerechtfertigt, wenn sie der Herstellung gleicher Bedingungen dienen. Eine wichtige Rolle spielen auch eine verlässliche Infrastruktur und die Etablierung internationaler Standards.

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