Wirtschaft 30.01.2013

ÖBB kaufen 100 neue Siemens-Züge

© Bild: ÖBB/Wieser

Bahn setzt sich bei Endmontage des 581-Millionen-Euro-Deals durch.

Der seit Monaten schwelende Streit zwischen dem Zughersteller Siemens und den ÖBB um den Kauf von 100 neuen Regionalzügen ist entschieden. Am Mittwoch segnete der Aufsichtsrat der ÖBB-Holding den Kauf ab. Die 581 Millionen Euro teuren Elektrotriebwagen der Marke Desiro sollen ab Ende 2015 geliefert und in der Ostregion ( Wien, Niederösterreich, Steiermark) sowie in Oberösterreich eingesetzt werden. In Wien sollen sie die rund 30 Jahre alten Schnellbahn-Garnituren ersetzen.

Den Ausschlag für den bereits zwei Mal verschobenen Zuschlag gab das Zugeständnis von Siemens, dass die Züge in der ÖBB-Werkstätte Jedlersdorf ( Wien) zusammengebaut werden. Darauf hatte vor allem der ÖBB-Betriebsrat beharrt. Dadurch würden in den Bahn-Werkstätten – hatte Betriebsratschef Roman Heben­streit argumentiert – rund 140 Jobs über mehrere Jahre gesichert. Außerdem hätten die ÖBB dadurch das Know-how für die Wartung der Garnituren.

Rückzieher

Siemens hatte bis zuletzt auf der Endfertigung im eigenen Werk in Wien-Simmering beharrt, dabei sollte auch Personal aus den Bahn-Werkstätten eingesetzt werden. Dafür war Siemens sogar bereit, weitere Preisnachlässe zu akzeptieren.

Die Belegschaftsvertretung hatte allerdings gedroht, im Aufsichtsrat eine Neuausschreibung des Großauftrags zu beantragen und ÖBB-Chef Christian Kern mit Nachverhandlungen mit Siemens beauftragt.

Letztendlich werden die Züge von der öffentlichen Hand bezahlt: Rund 90 Prozent des Kaufpreises bekommen die ÖBB vom Verkehrsministerium über die Erhöhung der so genannten Gemeinwirtschaftlichen Leistungen wieder zurück, zehn Prozent zahlen die vier Länder.

Erstellt am 30.01.2013