Wirtschaft 15.01.2013

Novomatic holt sich frisches Spielgeld

APA2364199-2 - 28052010 - GUMPOLDSKIRCHEN - ÖSTERREICH: ZU APA 367 WI - Der Firmensitz des Glücksspielkonzerns Novomatic aufgeno… © Bild: APA/HELMUT FOHRINGER

Die Emission richtet sich mit einer Stückelung von 500 Euro auch an Kleinanleger.

Der niederösterreichische Glücksspielkonzern Novomatic startet mit einer weiteren Unternehmensanleihe (Corporate Bond) ins Jahr 2013. Das Volumen liegt bei mindestens 100 Millionen Euro, bei reger Nachfrage ist eine Aufstockung bis zum Doppelten möglich. Die Emission richtet sich mit einer Stückelung von 500 Euro auch an Kleinanleger. Die Anleihe läuft auf sechs Jahre, die Verzinsung beträgt voraussichtlich vier Prozent. Lead-Manager sind Bank Austria, Erste Group und Raiffeisen Bank International. Novomatic begibt bereits die vierte Anleihe, der erste Bond wurde im Vorjahr plangemäß zurückbezahlt.

Novomatic-General Franz Wohlfahrt
APA2364202-2 - 28052010 - GUMPOLDSKIRCHEN - ÖSTERREICH: ZU APA 367 WI - Generaldirektor Franz Wohlfahrt aufgenommen vor dem Firm… © Bild: APA/HELMUT FOHRINGER
Das frische Kapital soll einerseits zur Reduzierung von Krediten verwendet werden, andererseits für die Finanzierung von Akquisitionen, erklärte Novomatic-General Franz Wohlfahrt. Die Nettoverschuldung des Konzerns, der 2012 ein Rekordergebnis eingespielt hat (genaue Daten werden noch nicht bekannt gegeben), liegt bei 430 Millionen Euro.

Die vom Industriellen und Selfmade-Mann Hans Graf aufgebaute Gruppe mit weltweit mehr als 12.300 Mitarbeitern will derzeit vor allem im Online-Spiel expandieren. In Italien wurden im Vorjahr über zwei Beteiligungen bereits Konzessionen für das Glücksspiel im Web eingekauft.

Im Inland will Wohlfahrt gegen die Vergabe der Casino-Konzessionen an den Konkurrenten Casinos Austria vor den Verfassungsgerichtshof ziehen. Ein Gang an die Börse ist für Novomatic derzeit kein Thema. Graf, der sich privat mit neun Prozent an der glücklosen Alizee-Bank beteiligte, ist nach dem Entzug der Bankkonzession wieder ausgestiegen.

Bank-Austria-Chef Willibald Cernko attestiert dem langjährigen Großkunden Novomatic eine „exzellente Bonität“. Er ortet bei den Anlegern angesichts der niedrigen Sparzinsen eine weiter hohe Nachfrage nach Unternemensanleihen. 2012 sei mit einem Volumen von 6,9 Milliarden Euro ein Rekordjahr bei der Platzierung von Corporate Bonds gewesen. 2013 werde „wieder stark“, dürfte aber leicht hinter dem Vorjahr zurückbleiben.

Erstellt am 15.01.2013