Alexander Labak, bis Mai 2019 Chef der Casinos-Gruppe

© CASINOS AUSTRIA/ACHIM BIENIEK

wirtschaft von innen
08/03/2021

Novomatic-Deal: Die widersprüchlichen Aussagen des ehemaligen Casinos-Chefs

Was der erste parteiunabhängige Casinos-CEO, Alexander Labak, bei seiner Zeugeneinvernahme vor der WKStA erzählte.

von Andrea Hodoschek

Spekulationen, Hinweise, Vermutungen, vage Angaben – bis heute findet sich kein Beweis für einen konkreten „Deal“ zwischen dem Glücksspielkonzern Novomatic und der türkis-blauen Vorgänger-Regierung. Viele politische Verflechtungen, von Novomatic und noch mehr von den teilstaatlichen Casinos Austria, aber eben kein „Deal“.

Interessant sind in diesem Zusammenhang die Aussagen eines Zeugen, der im Gegensatz zu den meisten Beteiligten politisch mit niemandem verbandelt war. Alexander Labak,heute in London und Südfrankreich lebend, von Juni 2017 bis Mai 2019 Generaldirektor der Casinos-Gruppe. Der internationale Manager war über die tschechische Sazka-Group (heute Mehrheitseigentümer) in die Casinos gekommen.

In der Stellungnahme von Novomatic an die WKStA, für die zahlreiche Zeugenaussagen gescreent wurden (der KURIER berichtete), ist Labak ein Kapitel gewidmet. Zur Erinnerung: Labak und sein Vorstandskollege Dietmar Hoscher wurden im Frühjahr 2019 vorzeitig abgelöst, der Umbau kostete rund 7,5 Millionen Euro. Damals kam der FPÖ-nahe Manager Peter Sidlo in den Vorstand, wurde aber bald wieder abberufen.

Labak hatte als einer der Ersten vermutet, dass die Bestellung von Sidlo mit der Bestellung von Thomas Schmid (ÖVP) zum Alleinvorstand der Staatsholding ÖBAG verschränkt sei. Das deutete er auch bei seiner Einvernahme durch die WKStA am 18. Dezember 2019 an.

Doch als die Staatsanwälte konkret nachfragen, bleibt Labak vage. Er könne sich nicht genau erinnern, er habe „mit vielen Leuten aus dem Umfeld von ÖBIB (Vorgängerin der ÖBAG) und dem Finanzministerium gesprochen“. Antwort auf die gezielte Frage, ob er etwas von einem „Hintergrunddeal“ der Novomatic mit der FPÖ wisse: „Nein, weiß ich nicht.“

Die vorzeitige Vertragsauflösung sei sachlich nicht gerechtfertigt, sondern politisch bedingt gewesen, „der Vorstand hat aus meiner Sicht grundsätzlich gut zusammen gearbeitet“. Labak räumt lediglich ein, dass die Persönlichkeit von Hoscher „teilweise schwierig“ gewesen sei. Aber auch Labaks Management-Stil war intern und extern heftig umstritten.

In einem Mail an den damaligen Casinos-Aufsichtsratspräsidenten Walter Rothensteiner liest es sich etwas anders. Hoschers Art passe „einfach nicht mehr in ein modernes Unternehmen“. Er halte sich bei wichtigen Entscheidungen „geschickt heraus“, sei dann krank oder nicht erreichbar. Eine Modernisierung müsse gemeinsam angepackt werden, mit Hoscher im Team gehe das aber nicht. Das mache auch „Bettina (Glatz-Kremsner, Anm.) zunehmend mürbe“. Labak war für den KURIER nicht erreichbar.

Der ehemalige SPÖ-Abgeordnete Hoscher hätte im U-Ausschuss sicher einiges über Konzessionen und Glücksspiel-Novellen erzählen können, er war im Vorstand direkt dafür zuständig. Hoscher ließ sich allerdings wiederholt aus gesundheitlichen Gründen entschuldigen, für eine Rapid-Sitzung jedoch war er fit genug.

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