Gernot BlĂŒmel

© APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
01/17/2021

Neuer "Ausfallsbonus" kann ab 16. Februar beantragt werden

Bis zu 30 Prozent des Umsatzentfalls werden vom Staat ersetzt. Tourismus und Handel fordern Nachbesserungen.

von Anita Staudacher

Weitere Wirtschaftshilfen sollen in der LockdownverlĂ€ngerung das Überleben der Betriebe sichern. ZusĂ€tzlich zu dem bereits bestehenden Fixkostenzuschuss und Verlustersatz können Unternehmen ab 16. Februar einen neuen "Ausfallsbonus" ab einem Umsatzausfall ab 40 Prozent beantragen. Der Bonus betrĂ€gt maximal 60.000 Euro, die Ersatzrate 30 Prozent des Umsatzausfalles aufgrund des Lockdowns.

Der Bonus setzt sich zusammen aus einem nicht rĂŒckzahlbaren Zuschuss in Höhe von 15 Prozent des Umsatzausfalls sowie einem Vorschuss auf den Fixkostenzuschuss von weiteren 15 Prozent des Umsatzentganges. Die Antragstellung ist jeweils ab 16. des folgenden Monats möglich, fĂŒr den Monat JĂ€nner also ab 16. Februar.

Jedes Unternehmen, das mehr als 40 Prozent Umsatzausfall im Vergleich mit dem jeweiligen Monatsumsatz aus 2019 hat, kann den Ausfallsbonus selbst via FinanzOnline beantragen. Da der Ausfallsbonus an den Fixkostenzuschuss (bis zu 800.000 Euro) gebunden ist, muss der Antrag bis spĂ€testens Jahresende erfolgen. Finanzminister BlĂŒmel verspricht den Unternehmen, dass das Geld "mit wenigen Klicks aufs Konto" kommt. Die ÜberprĂŒfung des Umsatzeinbruches erfolgt im Nachhinein durch einen Steuerberater bei Abgabe des Antrages auf Fixkostenzuschuss.

Im Kulturbereich wird der Ausfallsbonus nicht nur fĂŒr profitorientierte Unternehmen wie Kinos, KabarettbĂŒhnen, Agenturen oder Filmverleiher gelten, sondern im Rahmen des NPO-Fonds auch fĂŒr GemeinnĂŒtzige nachgebildet werden. Weiters wird der HĂ€rtefallfonds bis Juni verlĂ€ngert.

Mahrer: Wichtige LiquiditÀtshilfe

FĂŒr Wirtschaftskammer-PrĂ€sident Harald Mahrer wird der Bonus als ErgĂ€nzung des Fixkostenzuschuss II "einen wesentlichen Beitrag zur schnellen LiquiditĂ€tshilfe" leisten. Das bringe vor allem fĂŒr kleine und mittlere Unternehmen eine spĂŒrbare Entlastung. "Damit ergĂ€nzt der Ausfallsbonus die Palette von bereits bestehenden staatlichen UnterstĂŒtzungsinstrumenten wie dem Fixkostenzuschuss und dem vor allem fĂŒr große Unternehmen wichtigen Modell des Verlustersatzes mit bis zu 3 Mio. Euro.“

Tourismus will mehr ZuschĂŒsse

FĂŒr Robert Seeber, Obmann der WKÖ-Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, wird der Ausfallsbonus nicht ausreichen, um die Betriebe ĂŒber den Lockdown zu bringen. "Wir brauchen jedenfalls weitere nicht-rĂŒckzahlbare ZuschĂŒsse wie den Ausfallsbonus, die im bald siebten Lockdown-Monat rasch und unkompliziert an die Betriebe fließen mĂŒssen." Und Susanne Kraus-Winkler vom Fachverband Hotellerie ergĂ€nzt:  „Die Wintersaison ist fĂŒr uns nun praktisch gelaufen, weitere ZuschĂŒsse werden ĂŒber das Überleben der Betriebe entscheiden“.

"Von Bonus kann keine Rede sein"

Auch Handeslverband-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Rainer Will ist unzufrieden. Es sei zwar erfreulich dass es nun den sogenannten Ausfallsbonus gebe. „Die Höhe von 30 Prozent der UmsatzausfĂ€lle im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt ist fĂŒr die Branche jedoch ebenso völlig unzureichend wie die Obergrenze von 60.000 Euro, die die LiquiditĂ€tssituation der Firmen verkennt“, so Will. „Von Bonus kann in Anbetracht der massiven Ausweitung der behördlichen Schließung keine Rede sein.“

Der „Bonus“ sei „nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die Deckelung auf nur 60.000 Euro wird bei vielen betroffenen Unternehmen nur einen Bruchteil der tatsĂ€chlichen Umsatzverluste im Lockdown abdecken.“ FĂŒr KMU-HĂ€ndler wiederum sie die Höhe von maximal 30 Prozent bei weitem zu niedrig angesetzt, so der Handeslverbandsvertreter. Es gehöre „dringend nachgebessert“.

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