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Wirtschaft
08/28/2020

Raststätten: Tradition vs. Moderne

Rosenberger und Landzeit: Unterschiedliche Konzepte heimischer Raststättenbetreiber.

von Anita Kiefer

Nach wie vor haben die heimischen Rosenberger-Raststätten mit starken Frequenzrückgängen gegenüber dem Vorjahr zu kämpfen. Die besser performenden mit Frequenzrückgängen zwischen 30 bis 40 Prozent, die schlechter frequentierten sogar bis zu minus 70 Prozent.

Alle Mitarbeiter befinden sich nach wie vor in Kurzarbeit. „Wir gehen davon aus, dass wir die Kurzarbeit auch für die nächsten Monate brauchen werden“, erklärt Hartmut Graf gegenüber dem KURIER. Graf ist Chef des Burger King-Franchisenehmers TQSR, der Anfang des Vorjahrs die 14 Rosenberger-Standorte übernommen hat.

An eine dauerhafte Schließung von Standorten denkt Graf wegen Corona nicht. Viel mehr sollen die ursprünglichen Pläne nach der Übernahme Anfang 2019 weitergeführt werden. „Wir haben Rosenberger ja nicht gekauft, um Rosenberger weiter zu betreiben, wir haben ja etwas vor mit den Standorten.“

Neukonzeptionierung

Die Rosenberger-Standorte werden in Multibrand-Konzepte unter der Dachmarke Rosehill Foodpark umgewandelt. Zwar hat sich – wegen Corona, aber auch wegen der Projektgröße – die Umsetzung dieses Projekts verzögert, aber man werde jetzt die ersten Standorte bei Bau- und Gewerbebehörde einreichen.

Was ihn so sicher macht, dass das Konzept Autobahnraststätten funktioniere? Weil man mit den geplanten Konzepten dem Zeitgeist gerecht werde, sagt Graf – geringere Verweildauer auf Autobahnraststätten, Trend zu schnellem Essen und Essensmitnahme. Dies wolle man mit sechs Konzepten – darunter Burger King, ein Fisch- und ein Bowls-Konzept, bedienen.

Eines hat Graf bereits festgestellt: Die 30 Millionen Euro Investitionssumme, die TQSR für die Umgestaltung der Rosenberger-Standorte aufwenden wollte, werden nicht ausreichen. Es werde „deutlich“ mehr. Das Umsatzminus aus der Pandemie für die Rosenberger-Standorte werde bei 20 bis 40 Prozent liegen.

Rosenberger-Mitbewerber Landzeit (16 Hotel-Restaurant-Standorte in Österreich) fährt einen anderen Kurs. Zwar müsse es natürlich schnell gehen mit der Bereitstellung der Speisen, erklärt Landzeit-Geschäftsführer Wolfgang Rosenberger im KURIER-Gespräch. Es gehe aber dennoch weniger um Mitnahme der Speisen denn um das Erleben von Qualität der österreichischen Küche.

Keine Pipi-Gebühr

Man setze dabei nicht nur auf ausländische Gäste – der Umsatz mit Gästen aus dem Hinterland würde 20 bis 30 Prozent ausmachen, so Rosenberger. Warum an den Landzeit-Standorten entlang der Autobahnen übrigens für den Toilettengang keine Gebühr verrechnet wird, erklärt er ebenso mit der Qualität. „Die österreichische Gastfreundschaft soll geprägt von Großzügigkeit sein.“ Für Fast Food sei das „schon in Ordnung“, zu seiner Vorstellung passe eine Klo-Gebühr aber nicht.

Auch bei Landzeit sind alle Mitarbeiter in Kurzarbeit, das werde auch über den September hinaus so bleiben. Kündigungen sind wie bei Rosenberger nicht geplant. Die Corona-Krise habe auch die Landzeit-Standorte stark getroffen, durchschnittlich liegen die Frequenzen dort um 40 Prozent unter den Normalwerten.

Dennoch stehe das Unternehmen gut da – man lebe noch immer von der eigenen Liquidität, so Rosenberger. Den Schaden aus der Pandemie beziffert er mit rund 15 Millionen Euro. Den Zukauf weiterer Standorte schließt Wolfgang Rosenberger für die Zukunft nicht aus. In der aktuellen Lage sei dies aber kein Thema.

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