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Wirtschaft
01/18/2021

Nationalbank erwartet leichten Anstieg der Inflation

Verbraucherpreisanstieg trotz gebremster Wirtschaftsentwicklung prognostiziert.

Die Nationalbank erwartet trotz gebremster Wirtschaftsentwicklung einen leichten Anstieg der Inflationsrate. Verantwortlich dafĂŒr werden das Auslaufen des inflationsdĂ€mpfenden Ölpreiseffekts und die im heurigen Jahresverlauf einsetzende Verbesserung der Nachfrage sein. Die Inflationserwartungen der Haushalte sind sehr unterschiedlich, die Coronakrise hat hier die Unsicherheiten verstĂ€rkt.

Trotz der im November 2020 verschĂ€rften Maßnahmen zur EindĂ€mmung der Covid-19-Pandemie wird laut Notenbank-Prognose vom Dezember des Vorjahres die Inflationsrate - gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) - heuer leicht stiegen. FĂŒr 2021 wird eine Inflationsrate von 1,4 Prozent gesehen, dann ein Anstieg auf je 1,7 Prozent 2022 und 2023.

Einen deutlichen RĂŒckgang erwartet die Nationalbank zunĂ€chst bei der - ohne Energie und Nahrungsmittel berechneten - Kerninflationsrate: Sie dĂŒrfte von 2,0 Prozent im Jahr 2020 auf 1,3 Prozent im Jahr 2021 sinken. Ab dem zweiten Quartal sollte sich die Kerninflationsrate aber wieder beschleunigen und 1,8 Prozent im Jahr 2022 und 1,7 Prozent 2023 betragen, wie die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Montag mitteilte.

Im Vorjahr betrug der Verbraucherpreisanstieg im Juli 1,8 Prozent. Er hat sich damit gegenĂŒber Mai verdreifacht. Im November lag die HVPI-Inflationsrate bei 1,1 Prozent. Auch die Kerninflationsrate ist bis November gesunken.

Mit dem zweiten Lockdown Ende des Jahres verbunden sei abermals das Fehlen beobachtbarer Marktpreise von im Warenkorb enthaltenen Produkten und damit die Notwendigkeit, Preisfortschreibungen bei der Inflationsberechnung vorzunehmen.

Das habe im November 18 Prozent des österreichischen HVPI-Warenkorbs betroffen. "Daher mĂŒssen vor allem die zuletzt beobachteten Inflationsraten in den Bereichen Gastgewerbe und Beherbergung sowie Freizeit- und Kulturdienstleistungen mit Vorsicht interpretiert werden", so die Nationalbank.

Die Inflationserwartungen der Haushalte wiesen kurz- und langfristig eine große HeterogenitĂ€t auf und seien im Mittel bei 3,1 Prozent gelegen. Im Zuge des coronabedingten InflationsrĂŒckgangs auf etwas ĂŒber 1 Prozent im ersten Halbjahr 2020 habe die HeterogenitĂ€t weiter zugenommen.

Gleichzeitig habe sich ein durch die Krise verursachter Anstieg der Unsicherheit puncto Inflationserwartungen gezeigt. Befragt worden seien rund 1.400 Haushalte.

Da höhere Unsicherheit tendenziell mit zunehmenden Abweichungen der Inflationserwartungen von der tatsÀchlichen Inflation einhergehe, könnte dies die hohen Inflationserwartungen trotz fallender Inflationsraten wÀhrend der Covid-19-Pandemie erklÀren, so die OeNB.

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