Aktien der nationalen kanadischen Eisenbahngesellschaft werden als nachhaltiges Investment eingestuft.

© REUTERS/TODD KOROL

Zukunftsthemen
10/31/2016

Mit nachhaltigen Fonds moralisch einwandfrei Geld anlegen

Konzerne, die gesellschaftliche Probleme aller Art lösen wollen, kommen als Investment infrage.

von Robert Kleedorfer

Atomkraft, Waffen, Tabak oder Nahrungsmittelspekulation: Ein Konzern, der in einem dieser Bereiche tätig ist, ist in einem der mittlerweile zahlreichen Investmentfonds mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit in der Regel nicht zu finden. "Wir haben schon 1996 mit der Recherche dazu begonnen", sagt Jan Sobotta, Direktionsmitglied bei Swisscanto Invest, eine Tochter der Zürcher Kantonalbank. Inzwischen gibt es dazu sieben Fonds mit einem verwalteten Gesamtvolumen von vier Mrd. Euro.

Bei der Erste Sparinvest sind es elf Fonds mit 4,4 Mrd. Euro. Der erste Fonds kam 2001 in Kooperation mit dem WWF (Erste WWF Stock Environment) heraus. "In den letzten zehn Jahren sind knapp zwei Millionen Euro an Umweltprojekte des WWF geflossen", so Sparinvest-Geschäftsführer Heinz Bednar. Vor allem in Österreich, aber auch am Amazonas, zuletzt am Mekong.

Der Fonds investiert in Erneuerbare Energien, Energie-Speicherung, Beleuchtung, neue Antriebstechnologien, Recycling und Wasser. Die empfohlene Behaltedauer liegt bei sechs Jahren.

Anleihen

Etwas breiter aufgestellt ist der Swisscanto Portfolio Fund Green Invest Balanced. Neben den genannten Themen gibt es auch Gesundheitsaktien (z. B. Fresenius), Ressourcenschonung (Unilever, Canadian National Railway) oder Unternehmen, die den Zugang zu Finanzdienstleistungen und Bildung sichern. Darüber hinaus finden sich auch Anleihen im Fonds. Bei Staatsanleihen wurden 52 Länder nach 80 Indikatoren zu Umwelt-, Sozial- und Verhaltens-Aspekten (z. B. Energieverbrauch, Todesstrafe) gereiht. Österreich landet hier auf Rang sieben, so dass sich auch heimische Bundesanleihen im Fonds befinden.

Generell bleibt es den Anbietern überlassen, welche Konzerne als nachhaltig eingestuft werden, die Grenzen sind fließend. Sobotta erwartet bei diesen Konzernen in den nächsten 20, 30 Jahren mehr Wachstum als bisher; alleine wegen der dringend nötigen Veränderungen in vielen Bereichen. Bednar ortet bei Privatkunden (nur acht Prozent sind laut einer Umfrage auch nachhaltig investiert) noch Vorurteile gegenüber diesen Fonds, was die Erträge betrifft. Die Wertentwicklung des WWF-Fonds betrug in den vergangenen drei Jahren rund 8,0 Prozent pro Jahr (heuer minus 3,7 Prozent, seit Auflage 1,1 Prozent).

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