© Kurier/Jeff Mangione

Insolvenz
08/13/2020

Mirko Kovats bietet einen Euro für Motorenwerk ATB

Streit zwischen Investor und Masseverwalter zeichnet sich ab. Kovats will Werk restrukturieren und Immobilie ankaufen.

von Robert Kleedorfer

Für das insolvente steirische Motorenwerk ATB in Spielberg gibt es drei Interessenten. Zum einen dem Vernehmen nach die Hamburger Innovation Holding (HIH), zum anderen der bisherige chinesische Eigentümer Wolong. Und drittens Mirko Kovats, der bis 2011 Besitzer des Werkes war. Doch diesen will Masseverwalter Gernot Prattes nicht ernst nehmen.

Grund: Kovats bietet für die gesamte GmbH. Diese steht aber laut Prattes nicht zum Verkauf, sondern nur das Anlage- und Umlaufvermögen. Das sorgt bei Kovats für Unverständnis: „Ich habe kein Interesse an den Maschinen und will sie nicht abtransportieren“, sagt er im KURIER-Gespräch. „Ich habe mir bei dem Angebot schon etwas gedacht. Ich möchte das Werk restrukturieren und die Immobilie erwerben.“

Konkret hat Kovats nur einen Euro geboten, was verwundern mag. Jedoch, so sagt er, würde er auch die Schulden der GmbH übernehmen. Die Überschuldung beläuft sich auf 37 Millionen Euro. Wobei Kovats – nachdem die Gläubiger ausbezahlt worden sind (mindestens 30 Prozent, sofern diese zustimmen) – von den restlichen Schulden befreit werden würde. Er müsste also nur rund 10 Millionen Euro übernehmen.

Gläubigerversammlung

Kovats fordert Masseverwalter Prattes auf, mit allen drei Angeboten in die Gläubigerversammlung am Montag zu gehen. Diese sollen dann entscheiden. Wolong habe nur zwei Millionen Euro geboten. Auch die Politik ist Kovats zufolge nun gefordert.

Ende Juli wurden zunächst 360 der 400 Mitarbeiter des steirischen Antriebsherstellers beim AMS zur Kündigung angemeldet. Wenige Tage später reichte das Unternehmen dann auch noch Insolvenz ein. Ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung wurde beantragt.

Laut Unternehmen war die Produktion in Spielberg bereits seit Jahren nicht mehr wirtschaftlich, nur aufgrund von Zuschüssen durch den Eigentümer hätten signifikante Verluste laufend ausgeglichen werden können. Mit der Corona-Krise sei dies jedoch nicht länger darstellbar.

Die ATB gehört seit Herbst 2011 zu 100 Prozent zur chinesischen Wolong-Gruppe. Sie hat den Betrieb für 105 Millionen Euro von Mirko Kovats und Christian Schmidt gekauft.

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