107 Jobs von Insolvenz betroffen

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Wirtschaft
06/21/2022

Millionenpleite zweier Hotels mit Russland-Connection

Laut Creditreform betrugen die Verbindlichkeiten 2020/2021 zumindest 12,62 Millionen Euro, der Bilanzverlust wird mit 3,146 Millionen Euro beziffert.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

In der Tiroler Tourismusgemeinde Serfaus ist ein außergewöhnliches Konkursverfahren eröffnet worden. Dem Vernehmen nach hat die Finanz die Hotel Maximilian GmbH, die ihren Sitz von Serfaus nach Wien verlegt hat, in die Insolvenz geschickt. Zum Masseverwalter ist der renommierte Wiener Sanierungsexperte Stephan Riel bestellt worden. Das Verfahren wurde am 20. Juni eröffnet.

Die Hotel Maximilan GmbH ist EigentĂŒmerin des Hotels Maximilian am Herrenanger und des Hotels Tirolerhof an der Unteren Dorfstraße in Serfaus, Bezirk Landeck.

„Das Das Hotel Maximilian verfĂŒgt ĂŒber 40 Zimmer mit 80 RegulĂ€rbetten und 1 Betreiberwohnung. Das Hotel wurde 2010 umfassend saniert und durch Um-, Zu- und Aufbauten erweitert. Wellnessbereich mit Hallenbad“, heißt es in der Ediktsdatei des Justizministeriums. “Das Hotel & Restaurant Tirolerhof im Zentrum von Serfaus weist im Erdgeschoß und Untergeschoß einen Restaurantbereich mit ca. 170 SitzplĂ€tzen auf. Weiters steht eine sĂŒdseitige Terrasse mit ca. 50 SitzplĂ€tzen zur VerfĂŒgung; 15 Zimmereinheiten im 1., 2. und 3. Obergeschoß.“

Die Höhe der Schulden ist noch unklar. Laut Creditreform betrugen die Verbindlichkeiten 2020/2021 zumindest 12,62 Millionen Euro, der Bilanzverlust wird mit 3,146 Millionen Euro beziffert.

Die EigentĂŒmer dahinter sind laut Firmencompass Russen. Andrey Metelskiy ist 49-prozentiger EigentĂŒmer an der Maximilian Holding GmbH, welche wiederum 95-prozentige Gesellschafterin der Hotel Maximilian Gesellschaft m.b.H ist. Piotr Ivanovskii ist 31-Prozent-EigentĂŒmer an der Maximilian Holding GmbH, welche wiederum 95-prozentige Gesellschafterin der Hotel Maximilian Gesellschaft m.b.H ist.

Die Schulden sollten eigentlich von den EigentĂŒmern abgedeckt werden. „Die Hauptgesellschafter Andrey Metelskiy und Piotr Ivanovskii erklĂ€ren mittels unterfertigter PatronatserklĂ€rung fĂŒr sĂ€mtliche Schulden der Hotel Maximilian Gesellschaft m.b.H unwiderruflich, unbedingt und uneingechrĂ€nkt aufzukommmen, sofern die fĂ€lligen, eingeforderten Verbindlichkeiten nicht aus Gesellschaftsmitteln abgedeckt werden können“, heißt es im Anhang zur Bilanz.

Die SchÀtzwerte

Die Zwangsversteigerung beider Hotels ist anscheinend von finanzierenden Banken eingeleitet worden. Das Hotel Maximilian hat einen SchĂ€tzwert in Höhe von 7,99 Millionen Euro plus 181.000 Euro fĂŒr das Zubehör, das Hotel Tirolerhof 1,541 Millionen Euro plus 51.000 Euro fĂŒr das Zubehör. Außerdem findet sich in der Rubrik Gerichtliche Versteigerungen der Ediktsdatei noch ein „Aparthaus Tirolerhof in Serfaus“ mit einem SchĂ€tzwert in Höhe von 1,966 Millionen Euro. Letzteres „umfasst fĂŒnf Personalzimmer, 13 GĂ€stezimmer und eine Direktorenwohnung. Kleiner Freizeitbereich mit zwei Saunen und Dampfbad“.

Auf dem GrundstĂŒck des Hotel Maximilian und des Hotel Tirolerhof sowie auf dem Wohnungseigentum in Serfaus hat einen regionale Bank Pfandrechte in Höhe von jeweils neun Millionen Euro eingetragen. Sie hat das Versteigerungsverfahren auch eingeleitet. Die Gemeinde Serfaus hat einen RĂŒckstandsausweis samt Kosten und Zinsen gerichtlich per Exekutionsverfahren eingeklagt.

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