© Dietmar Mathis/Fotografenmeister/APA/Mathis/Mondelez

Wirtschaft
11/23/2019

Millionenklagen gegen Milka-Hersteller in Österreich

Anzeigen von zwei heimischen Großhändlern gegen internationalen Mondelez-Konzern.

von Stefan Jedlicka

Der internationale Lebensmittelkonzern Mondelez, zu dem Marken wie Oreo, Milka oder Toblerone gehören, ist ins Visier der Europäischen Kommission geraten. Wie der KURIER exklusiv berichtete, fanden Anfang dieser Woche Hausdurchsuchungen in Mondelez-Niederlassungen in mehreren Ländern statt – so unter anderem auch in der Wiener Zentrale. Dabei sollen Unterlagen und Computer beschlagnahmt sowie Büros versiegelt worden sein. Weder Mondelez noch die EU-Kommission wollten sich bis dato zu den Hintergründen der Aktion äußern. Es soll um Kartellabsprachen gehen.

In Österreich sieht sich das Unternehmen darüber hinaus aktuell auch mit zwei millionenschweren Klagen von Geschäftspartnern konfrontiert. Wie KURIER-Recherchen ergaben, haben zwei österreichische Großhändler wegen angeblicher Kartellrechtsverstöße und illegaler Export-Vorgaben von Mondelez Klage beim Oberlandesgericht Wien eingebracht.

Marktbeherrschende Stellung

Im wesentlichen lauten die Vorwürfe, Mondelez habe den Großhändlern besonders günstige Konditionen eingeräumt, ihnen im Gegenzug aber vorgeschrieben, die Ware ausschließlich im Ausland, nicht in Österreich verkaufen zu dürfen. Dies verstoße gegen europäische Kartellbestimmungen, Mondelez missbrauche seine marktbeherrschende Stellung, wird argumentiert. Folge dieser Geschäftspolitik sei, dass das gleiche Produkt in Österreich im Normalfall teurer verkauft werde als in anderen europäischen Ländern.

Beide Verfahren sind noch nicht abgeschlossen, es geht in beiden Fällen um Millionenbeträge. Mondelez bestreitet die Vorwürfe.

Geldstrafe

Der Milka-Hersteller stand schon einmal im Visier der Wettbewerbsbehörden. 2013 verhängte das deutsche Bundeskartellamt – wegen Preisabsprachen einige Jahre zuvor – Geldbußen von insgesamt rund 63 Millionen Euro gegen zwölf Markenhersteller von Süßwaren, darunter auch Kraft Foods. Kurz davor, im Jahr 2012, war Kraft Foods außerhalb der USA in Mondelez International umbenannt worden.

2018 erwirtschaftete der Konzern weltweit einen Umsatz von rund 26 Milliarden Dollar. Im dritten Quartal kletterte der Gewinn auf 1,42 Milliarden Dollar. Der Konzern profitierte von der größeren Nachfrage in Schwellenländern. Europa ist für das US-Unternehmen der wichtigste Markt, verantwortlich für 39 Prozent des Gesamtgeschäfts.

Der US-Lebensmittelriese Kraft Foods wurde 2012 in zwei Teile geteilt. Außerhalb der USA heißt der Konzern seit damals Mondelez. Der neue Firmenname hat seinen Ursprung zum Teil in Österreich. Ein Wiener Mitarbeiter des Konzerns hatte mit dem Kunstwort das Rennen bei der konzernweiten Ausschreibung gemacht. Den Ruhm muss er sich aber mit einem US-Kollegen teilen: Er hatte die- selbe Wortschöpfung eingereicht. Mondelez setzt sich zusammen aus „Monde“ für „Welt“ in Anlehnung ans Lateinische und „delez“ in Anspielung auf das englische „delicious“ (lecker).

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