Wirtschaft
09.11.2018

Metaller-Streik: Die längsten Arbeitsniederlegungen gab es 1962

Zuletzt streikten die Metaller vor sieben Jahren. Durchaus mit Erfolg. Die Arbeitgeber legten kräftig nach.

Obwohl immer wieder damit gedroht wird, sind Streiks in Österreich immer noch eine große Ausnahme. Der letzte größere Metaller-Streik fand im Oktober  2011 statt, als die KV-Verhandlungen stockten. Mit Warn- und Vollstreiks sowie  Betriebsversammlungen vor allem in größeren Industriebetrieben wie Böhler in der Steiermark oder Opel in Wien-Aspern machte die Gewerkschaft Druck. Es  gab insgesamt  453.363 Streikstunden. 

Die Streiks wurden nach wenigen Tagen unterbrochen, als die Arbeitgeber weiteren Verhandlungen zustimmten. Dort kam es dann zu einem Lohnabschluss, der  für die Arbeitnehmerseite besser ausfiel als vor dem Streik. Man einigte sich auf   4,2 Prozent mehr Lohn, für Geringverdiener gab’s sogar  5,2 Prozent mehr.  Zuvor boten die Arbeitgeber nur 3,65 Prozent plus 200 Euro Einmalzahlung. Die  Gewerkschaft forderte ursprünglich 5,5 Prozent.

Größter Streik 1962

Der größte Metaller-Streik fand im Mai 1962 mit 5,2 Mio. Streikstunden statt. Dieser Arbeitskampf hatte mehrere Ziele: Die Abschaffung der damaligen eigenen Frauenlohngruppen, Lohnerhöhungen sowie arbeitsrechtliche Verbesserungen bei Krankenstand. Krankheit dürfe kein Entlassungsgrund mehr sein, forderten die Beschäftigten. Damals waren österreichweit rund 200.000 Beschäftigte vier Tage lang im Streik, die Arbeitsniederlegung war erfolgreich.

Der Metallerstreik von 1962 blieb der größte bis ins Jahr 2003, wo die Gewerkschaft breit gegen Pensions-, ÖBB-Reform mobilisieren konnte. Inklusive dem ebenfalls in diesem Jahr stattgefundenen Streik bei der AUA gab es in diesem Jahr 10,4 Millionen Streikstunden, ein Allzeithoch seit 1945.