Wirtschaft
15.11.2018

Metaller-KV: Sechste Verhandlungsrunde gestartet

Im Vorfeld weiter verhärtete Fronten. Abends "Begleitmusik" durch Donnerstagsdemo.

Neuer Anlauf zu einer Einigung im Metaller-KV: Donnerstagmittag haben sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter zur sechsten Verhandlungsrunde getroffen. Die Gewerkschafter blieben im Vorfeld bei den Forderungen, die die Arbeitgeber auch heute im Vorfeld der Gespräche neuerlich vehement zurückgewiesen haben: Ein Lohn-/Gehaltsplus von 5 Prozent und umfangreiche rahmenrechtliche Zugeständnisse.

Die Arbeitnehmerverhandler Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA-djp) sehen sich durch den Rückhalt aus der Belegschaft bei den Warnstreiks gestärkt. Gebe es keine Einigung, würden am Montag ganze Schichten ausfallen, nicht nur für zwei, drei Stunden die Arbeit niedergelegt wie in den vergangenen Tagen.

Metaller-Verhandlungen gehen weiter

"Bei einem solch hohen Forderungspaket spielen wir nicht mit", bekräftigte hingegen der Sprecher der Arbeitgeberverhandler, Christian Knill. Die Gewerkschaft müsse bei ihren Forderungen "einen großen Abstrich machen, und wir werden auch unseren Teil dazu beitragen, um zu einer Lösung zu kommen", sagte Knill. "Streiks generell bringen nichts." Die Arbeitgeber boten zuletzt 2,7 Prozent.

Beide Seiten betonten, heute gehe es um ernsthafte Verhandlungen. Die Gewerkschafter kritisierten, dass zuletzt bereits getätigte Zusagen im Rahmenrecht wieder kurzfristig zurückgenommen worden seien. "Daher sind wir ja letztes Mal aufgestanden", so Wimmer. Auch an einem nachgebesserten finanziellen Angebot via Telefon vom vergangenen Donnerstag hielten Wimmer und Dürtscher weiterhin nichts und kritisierten ein solches Vorgehen als schlechten Stil.

Dürtscher sagte im Gespräch mit der APA, dass es bei den KV-Gesprächen der kleineren Metallergruppen zwischen Montag und Mittwoch Fortschritte gegeben habe, die bisher beim großen Teilbereich der Metalltechnischen Industrie (FMTI) fehlten. Keinesfalls mache man als Gewerkschaft Oppositionspolitik, man sei den Belegschaften in den Betrieben verantwortlich.

Donnerstagsdemo

Heute zieht sogar die Wiener Donnerstagsdemo - eine Protestveranstaltung gegen die ÖVP-FPÖ-Regierung - zur Wirtschaftskammer, geht aus einem Facebook-Eintrag der Veranstaltung hervor. PRO-GE-Mitglieder, die allerdings nicht an den Verhandlungen teilnehmen, wollen dann vor der Arbeitgebervertretung über den aktuellen Stand der Verhandlungen berichten. Der Demozug dürfte rund um 19.30 Uhr bei der WKÖ eintreffen.