Wirtschaft
15.11.2018

Warum es keine Metallerrunden gibt

Heute wird weiter verhandelt - allerdings nur in der metalltechnischen Industrie. Das hat seine Gründe.

Nach dreitägigen Warnstreiks in mehr als 240 Betrieben der metalltechnischen Industrie werden heute Nachmittag die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft wieder aufgenommen. Das Wort „ Metallerrunde“ stößt der Industrie in diesem Zusammenhang sauer auf. Sie weist laufend darauf hin, dass dieses Wort falsch verwendet werde. Das hat historische Gründe.

Bis 2002 verhandelten insgesamt acht Fachverbände mit knapp 300.000 Mitarbeitern in der großen Metaller-Lohnrunde: Bergbau-Stahl, Gießereien, Metallindustrie, Elektro/Elektronikindustrie, Maschinen- und Stahlbau, Fahrzeugindustrie, Eisen- und Metallwaren sowie Gas/Wärmeversorger. 

Als erstes scherte 2003 die Elektro/Elektronikindustrie mit damals rund 65.000 Beschäftigten aus dem KV-Verbund aus. Die Branche wollte damit Lösungen für flexible Arbeitszeitmodelle beschleunigen. 2005 fusionierten die Fachverbände Maschinen- und Stahlbau (FMS) und Metallwaren.

Warnstreiks 

Bis 2011 hatte es gemeinsame Verhandlungen der übrigen sechs Metall-Fachverbände gegeben. Dieser Weg wurde 2012 von den Arbeitgebern unter heftigem Protest der Gewerkschaften aufgekündigt. Als Grund wurde damals seitens der Arbeitnehmer der gute Lohnabschluss im Jahr zuvor vermutet, der aufgrund von Warnstreiks zustande gekommen war. Schon damals war die Flexibilisierung der Arbeitszeit das Konfliktthema.

Der Abschluss in der metalltechnischen Industrie mit alleine gut 126.000 Mitarbeitern gilt seit den getrennten Verhandlungen als richtungsweisend und ist praktisch stets Vorlage für die fünf weiteren KV gewesen. Zu dem Fachverband zählen unter anderen voestalpine Precision Strip, Schoeller Bleckmann, Schaeffler Austria, Welser Profile und GE Jenbacher.

Die Größten

Nach Größe gereiht gibt es noch die Fahrzeugindustrie mit 34.000 Mitarbeitern, Bergbau-Stahl mit 17.000 Beschäftigten, Gießereiindustrie mit 7400 Leuten, Nichteisen-Metallindustrie mit 6400 Arbeitern und Angestellten sowie Gas- und Wärmeversorgungsunternehmen mit 2000 Mitarbeitern