Wirtschaft
04.10.2017

Mehr Teilzeit und sinkende Löhne in Griechenland

Mehr als 645.000 Stellen in der Landwirtschaft, der Industrie, am Bau und im Einzelhandel seien seit Beginn der Krise verloren gegangen.

In Griechenland hat sich die Zahl der Teilzeitarbeiter und Langzeitarbeitslosen seit der Wirtschaftskrise einer Studie zufolge fast verdreifacht. Trotz einer zuletzt sinkenden Erwerbslosigkeit gebe der Jobmarkt Anlass zur Sorge, teilte das Forschungsinstitut der größten Gewerkschaft GSEE am Mittwoch mit.

Mehr als 645.000 Stellen in der Landwirtschaft, der Industrie, am Bau und im Einzelhandel seien seit Beginn der Krise verloren gegangen. Einen leichten Anstieg der Beschäftigung gebe es in der Verwaltung sowie in den Bereichen Energie und Tourismus. Derzeit arbeiteten 267.000 Menschen in Teilzeit - im Vergleich zu 99.000 im Jahr 2008. In der gleichen Zeit sei die Zahl derjenigen, die die aktive Jobsuche aufgegeben haben, von 37.000 auf 109.000 gestiegen.

Durchschnittliche Gehalt bei Teilzeitarbeit: 397 Euro

Im Zuge der Flexibilisierung am Arbeitsmarkt seien knapp die Hälfte der in den ersten sieben Monaten 2017 geschaffenen Jobs Teilzeitstellen. Laut GSEE liegt das durchschnittliche Gehalt von Teilzeitarbeitern bei 397 Euro.

Griechenland musste 2010 erstmals durch ein Rettungspaket seiner Euro-Partner und des Internationalen Währungsfonds (IWF) vor dem finanziellen Kollaps gerettet werden. Der dritte Schirm dieser Art läuft über bis zu 86 Mrd. Euro und endet Mitte 2018.