© Agentur Diener/DIENER / Philipp Schalber

Wirtschaft
07/19/2020

Martin Pucher steht nun unter Polizeischutz

Gegen den Ex-Manager der Commerzialbank sind Drohungen eingegangen

von Günther Pavlovics, Patrick Wammerl

Kaum ein Tag vergeht, ohne Neuigkeiten im Skandal rund um die Commerzialbank Mattersburg. Seit Bekanntwerden des Sumpfs rund um die Bank, mehren sich Gerüchte, dass gewisse Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft wenige Stunden vor dem Crash Kenntnis über das drohende Chaos erlangt haben könnten. Demnach sollen noch Stunden vor Schließung der Bank und aller Online-Konten große Beträge ab- und umgebucht worden sein.

„Derzeit haben wir noch keine gesicherten Hinweise darauf, dass das tatsächlich so passiert ist. Wir werden uns das aber im Zuge der Ermittlungen ganz genau ansehen“, heißt es dazu vonseiten eines hochrangigen Polizeibeamten.

Auch Martin Puchers Anwalt, Norbert Wess, hat am Sonntag gegenüber dem KURIER zu diesen schwerwiegenden Anschuldigungen Stellung bezogen. Es stimme definitiv nicht, dass Summen im großen Stil transferiert wurden, so Wess. Dieser Umstand würde auch bedeuten, dass Pucher oder andere Verantwortliche der Bank Kunden mit einem Naheverhältnis bevorteilt und einen Tipp gegeben hätten. „Sollte es so sein, wird es aber anhand

der Kontobewegungen genau nachzuvollziehen sein“, meinte ein Kriminalist. Wie die Polizei am Sonntag gegenüber dem KURIER bestätigte, wurden Martin Pucher und seine Familie unter Polizeischutz gestellt. „Es sind gewisse Drohungen eingegangen“, so ein Ermittler.

Fußball-Chaos

Weitere schlechte Nachrichten gab es am Wochenende auch für den SV Mattersburg. Richard Woschitz erklärte am Sonntag seinen Rücktritt als 1. Vizepräsident des Fußballvereines. Nach dem Bilanzskandal rund um Martin Pucher, Chef der Commerzialbank Mattersburg und des Bundesligaklubs, war der renommierte Ziviltechniker einer der Hoffnungsträger auf die Weiterführung des Vereins gewesen. Seit dem Paukenschlag am Mittwoch arbeitete Woschitz engagiert mit den verbliebenen Funktionären an der Zukunft des Vereins, um zu analysieren, ob und wie der Klub weiterzuführen ist.

Der 54-jährige Burgenländer ist dem SV Mattersburg schon lange verbunden, aber erst seit Februar hat er offiziell eine Funktion im Verein. Pucher sah in dem Techniker seinen potenziellen Nachfolger an der Klubspitze. Die Ereignisse der letzten Tage hätten ihn überrascht und persönlich enttäuscht, lässt Woschitz über seinen Anwalt Johannes Zink ausrichten.

Entgegen der öffentlichen Darstellung durch Pucher sei es leider bisher zu keiner ordnungsgemäßen Übergabe innerhalb des SVM gekommen, ließ Woschitz mitteilen. Er lege schweren Herzens diese Funktion mit sofortiger Wirkung zurück.

Nun müssen die verbliebenen Funktionäre nach Akteneinsicht über die Zukunft des Klubs entscheiden. Die Bundesliga will bis Freitag wissen, wie es weitergeht.

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