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Luxus-Hotelprojekt führte Planungsbüro in die Millionenpleite

Der Auftraggeber stellte die Überweisungen ein. Alle Versuche einer außergerichtlichen Einigung scheiterten.
Das Wort „insolvent“ ist durch ein Loch in einem grünen Blatt Papier sichtbar.

Es sollte ein Prestigeprojekt werden. Doch was als vielversprechende Hotelerrichtung in der Bundeshauptstadt begann, endete in einem Fiasko, das nun ein Unternehmen in die Insolvenz treibt. Die Fleissner + Partner Gesellschaft m.b.H., seit 1990 am Markt und spezialisiert auf Generalplanung und Projektentwicklung, hat beim Landesgericht für ZRS Graz einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens gestellt. Das bestätigen der AKV, Creditreform und der KSV1870 dem KURIER. Rund 80 Gläubiger bangen um ihr Geld, 13 Mitarbeiter um ihre Jobs.

Wenn Mehrkosten zur Existenzbedrohung werden

Was das Grazer Unternehmen mit Sitz in der Körösistraße in diese prekäre Lage gebracht hat, liest sich wie ein Lehrstück über die Risiken im Baugeschäft. Im Zentrum der Misere steht besagtes Hotelprojekt in Wien. Was zunächst nach Plan verlief, entwickelte sich zu einem finanziellen Albtraum. „Es kam zu erheblichen Mehrkosten", heißt es lapidar im Insolvenzantrag. Immerhin: Nach „entsprechender Aufklärung" konnte man sich mit dem Auftraggeber zunächst einigen, Zahlungen flossen. Sogar die Alleingesellschafterin griff tief in die eigene Tasche und brachte „erhebliche Mittel" auf, um das Projekt über die Ziellinie zu bringen, so der AKV.

Der Geldhahn wird zugedreht

Doch dann die böse Überraschung: Kaum war das Hotel fertiggestellt, übergeben und der Betrieb aufgenommen, versiegten die Zahlungen. Der Auftraggeber stellte die Überweisungen ein. Alle Versuche einer außergerichtlichen Einigung scheiterten. Nun steht eine Bruttoforderung von 3,2 Millionen Euro im Raum – Geld, das das Unternehmen dringend bräuchte, aber nicht bekommt.

Die Bilanz zeigt das ganze Ausmaß der Schieflage: Den 7,25 Millionen Euro Verbindlichkeiten stehen zwar Aktiva von 5,12 Millionen Euro gegenüber, so Creditreform. 4,2 Millionen Euro schuldet man Professionisten, weitere 2,7 Millionen Euro verbundenen Unternehmen. Der Rest entfällt auf Dienstnehmeransprüche und Rückstellungen.

Hoffnung auf die Superquote

Aufgeben will man bei Fleissner + Partner dennoch nicht. Das Unternehmen setzt auf Fortführung und einen ungewöhnlichen Sanierungsplan: Den Gläubigern wird zunächst eine Barquote von 20 Prozent angeboten – auf den ersten Blick wenig attraktiv. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer: eine sogenannte Superquote aus einer Treuhandsanierung.

Die Idee dahinter: Die 3,2-Millionen-Euro-Forderung aus dem Hotelprojekt soll treuhändig verwaltet und bei Einbringlichmachung an die Gläubiger ausgeschüttet werden. Im Idealfall – sollte das gesamte Geld tatsächlich eingetrieben werden können – wäre sogar eine 100-prozentige Quote möglich. Allerdings müssten dann die Gesellschaftergläubiger im Rang zurücktreten.

Neue Projekte als Rettungsanker

Das Unternehmen verweist laut AKV auf mehrere „erfolgversprechende" Bau- und Entwicklungsprojekte, in die es involviert sei. Besonders ein Großprojekt – die Finalisierung einer Liegenschaftskaufoption – soll kurzfristig rund 586.000 Euro in die Kasse spülen und das Unternehmen „in der nächsten Zeit auslasten". Zudem beziffert man abrechenbare Leistungen mit 922.000 Euro, offene Forderungen und Guthaben mit 4,1 Millionen Euro.

Ob diese Rechnung aufgeht, wird sich zeigen müssen. Für die 80 Gläubiger und 13 Mitarbeiter bleibt zunächst nur das bange Warten und die Hoffnung, dass der säumige Hotelauftraggeber in Wien am Ende doch noch zahlt. Ein traditionsreiches Grazer Unternehmen kämpft um seine Existenz. Der Ausgang ist ungewiss.

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