Bittere Pleite eines bekannten Burg-Restaurants
„Es ist eine Verbindung aus regionaler und mediterraner Küche, um die wir uns bemühen, welche dann noch eine Verknüpfung mit unserer Buchenholzofen-Pizza eingeht. Das harmonische Zusammenspiel dieser einzigartigen Beziehung ist unser tägliches Bestreben. Da Genuss nicht nur etwas für den Gaumen, sondern auch etwas für die Augen ist, liegt uns die harmonische Verbindung der Räumlichkeiten genauso nah. So entsteht der Eindruck, man befindet sich in einer italienischen Pizzeria mit einem offenen Pizzaholzofen inmitten der alten Gemäuer einer Burg, die früher ein wichtiger Bestandteil zur Verteidigung der Stadt Hall war“, heißt es auf der Homepage. „Auch die Moderne hat in den Gemäuern dezent ihren Platz gefunden und sorgt somit für ein authentisches und harmonisches Ambiente. Nicht zuletzt ist es auch ein Genuss für die Nase, denn ein Hauch vom brennenden Buchenholz liegt in der Luft und vermittelt so die Gemütlichkeit, von der wir uns wünschen, dass sie jeder spüren kann. Das Streben nach Harmonie und Zufriedenheit ist auch das Leitbild unserer Mitarbeiter: Aufmerksam aber zurückhaltend, Distanz wahrend aber mit ganz viel Herz.“
Und weiter heißt es: „Und so wurden die bösen Geister, die der „Geisterburg“ in ihrer Geschichte nachgesagt werden, vertrieben und durch viele gute ersetzt, welche als eingespieltes Team agieren, sodass bei all Ihren Genüssen ein bleibender Eindruck zurückbleibt. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine eindrucksvolle Zeit in der Geisterburg.“
Das Restaurant „Geisterburg" in Hall in Tirol hat laut AKV Insolvenz angemeldet. Über das Vermögen der Betreibergesellschaft Gastronom Gesellschaft m.b.H. & Co KG wurde am Mittwoch beim Landesgericht Innsbruck das Konkursverfahren eröffnet. 22 Mitarbeiter sind von der Pleite betroffen.
Schulden von 430.000 Euro
Nach Angaben des AKV belaufen sich die Passiva auf rund 430.000 Euro. Dem stehen Aktiva von lediglich etwa 85.000 Euro Anlagevermögen sowie geringe liquide Mittel gegenüber. Das Lokal selbst befindet sich nicht im Eigentum der Schuldnerin, sondern wird gepachtet.
Die Gastronom Gesellschaft m.b.H. & Co KG mit Sitz in der Anichstraße in Innsbruck besteht bereits seit 1968. Den Betrieb der „Geisterburg" hat das Unternehmen allerdings erst 2022 übernommen. Geschäftsführer ist Markus Hannes Josef Cammerlander, der auch als Kommanditist mit einer Haftsumme von knapp 14.535 Euro beteiligt ist.
Historisches Gebäude als Kostenfalle
Als Hauptgrund für die Schieflage nennt die Schuldnerin den enormen Investitionsrückstau in dem historischen Gebäude, der bereits bei der Betriebsübernahme bestand. Die laufend anfallenden hohen Reparaturkosten hätten den Betrieb massiv belastet. Eine Generalsanierung sei unumgänglich, doch die dafür erforderlichen Mittel im siebenstelligen Bereich könnten nicht aufgebracht werden. Verschärft wurde die Situation durch Personalprobleme: Häufige Ausfälle von Mitarbeitern, die kompensiert werden mussten, führten zu einem überhöhten Personalaufwand.
Keine Sanierung in Sicht
Der Betrieb befindet sich mittlerweile im Betriebsurlaub und ist vorläufig geschlossen. Eine Sanierung strebt die Schuldnerin nach derzeitigem Stand nicht an. Theoretisch könnte noch ein Sanierungsplanantrag gestellt werden, dies erscheint angesichts der Umstände jedoch unwahrscheinlich. Das Insolvenzverfahren läuft beim Landesgericht Innsbruck unter dem Geschäftszeichen 19 S 25/26p.
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