Lufthansa streicht tausende Flüge: AUA stockt Verbindungen auf

Nach der Schließung der Zubringer-Tochter CityLine schließt Lufthansa bis Oktober 20.000 Kurzstreckenflüge. Die AUA stockt die Zahl der Flüge um 18 auf.
An aircraft of German air carrier Lufthansa parks at the Berlin Brandenburg Airport in Schoenefeld

Die AUA-Mutter Lufthansa nimmt nach der Schließung der Zubringer-Tochter CityLine bis Oktober 20.000 Kurzstreckenflüge aus dem Programm und spart dadurch 40.000 Tonnen Kerosin. Unwirtschaftliche Strecken in Frankfurt und München fielen weg, gleichzeitig würden Strecken in Zürich, Wien und Brüssel ausgeweitet, teilte die Lufthansa am Dienstag mit.

Lufthansa streicht Flüge: Kerosinversorgung gesichert

Eine neue Streckenplanung für die kommenden Monate werde Ende April oder Anfang Mai veröffentlicht. Die Kerosinversorgung der Gruppe sei in den kommenden Wochen gesichert, für den Sommerflugplan werde "eine weitgehend stabile Treibstoffversorgung" erwartet.

Durch die plötzliche Schließung der bestreikten Tochter Cityline seit Samstag ist bei der Lufthansa eine Lücke von rund 150 Flügen am Tag entstanden. Entsprechende Angaben der Gewerkschaften Vereinigung Cockpit (VC) und UFO zum Umfang des Flugprogramms der Airline, die Lufthansa mit Verweis auf Streik- und gestiegene Treibstoffkosten mit nur zwei Tagen Vorlauf aus dem Netz nahm, bestätigte das Unternehmen am Dienstag.

AUA übernimmt mehr Flüge nach Lufthansa-Streichung

Die österreichische Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA) übernimmt nach den Flugstreichungen bei der Konzernmutter mehr Flüge. So wird die Strecke Wien-München ausgeweitet, auch nach Sibiu in Rumänien wird ab Mai öfters geflogen und auf ausgewählten Strecken werde mit größeren Flugzeugen geflogen, teilte die Airline am Mittwoch auf APA-Anfrage mit. Insgesamt soll die Zahl der Flüge innerhalb Europas um rund 800 steigen. Bei der AUA-Schwester Swiss sind es 140.

"Im Zuge der konzernweiten Fluganpassung werden zehn Verbindungen innerhalb der sechs Drehkreuze der Gruppe konsolidiert. Ziel ist eine bessere Auslastung und stärkere Bündelung von Verkehrsströmen, während Fluggäste weiterhin Zugang zum globalen Streckennetz behalten", erklärte die AUA. Die Airline sieht als Folge des Iran-Kriegs eine starke Nachfrage im Europaverkehr.

Durch den Krieg im Nahen Osten und den iranischen Drohnenangriffen auf Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ist auch der Flugverkehr an den großen Golf-Airports Dubai, Abu Dhabi und Doha beeinträchtigt worden. Der Ausfall dieser wichtigen Drehkreuze nach Asien und die hohen Kerosinpreise haben Fernreisen empfindlich teurer gemacht, weshalb viele vorhaben, im Sommer in Europa zu bleiben.

Die AUA erklärte, ihr Sommerangebot gezielt auf die starke Nachfrage im Europaverkehr auszurichten. Zusätzlich soll kurzfristig auf die Nachfrageentwicklung reagiert werden und bei Bedarf zusätzliche Flüge auf besonders stark nachgefragten Strecken angeboten werden.

Alternative City Airlines seit 2024 in Betrieb

VC und UFO hatten die Zubringerfluglinie und die Kernmarke Lufthansa zuvor eine Woche lang mit Streiks lahmgelegt. Jetzt werden Flüge gestrichen, und die Netzplaner der Lufthansa arbeiten an Ersatz durch andere Airlines der Gruppe oder Partner wie Air Baltic.

UFO und VC hatten den Beschluss zur beschleunigten Abwicklung der Fluglinie mit zwei Dutzend Maschinen und rund 1300 Beschäftigten scharf kritisiert. Ursprünglich war ein schrittweises Verkleinern der defizitären Airline bis zu einer Einstellung des Betriebs 2028 geplant. Begonnen hatte der Prozess mit der Gründung der ebenfalls auf Zubringer ausgerichteten City Airlines, die im Sommer 2024 startete. Sie ist dank niedrigerer Tarife und höherer Einsatzzeiten produktiver. VC und UFO rieten von einem Wechsel der Cityliner dorthin wegen der schlechteren Konditionen ab, deshalb gingen nur wenige Mitarbeitende von Cityline zu City Airlines.

Cockpit- und Kabinenbeschäftigte von Cityline sollen jetzt nach dem Willen der Lufthansa möglichst Jobs bei anderen Fluggesellschaften im Konzern finden. Es wird jedoch auch ein betrieblicher Sozialplan von Personalvertretung und Arbeitgeber mit Konditionen wie Abfertigungen zum Ausscheiden ausgehandelt, wie UFO und Lufthansa erklärten.

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