Streik bei Lufthansa: Erneut hunderte Flugausfälle
Zusammenfassung
- Streiks des fliegenden Personals bei Lufthansa führen erneut zu hunderten Flugausfällen, besonders an den Drehkreuzen Frankfurt und München.
- Auch Flugbegleiter streiken ab Mittwoch, was die fünfte Streikwelle und den Festakt zum 100. Lufthansa-Jubiläum überschattet.
- Zwischen Gewerkschaften und Lufthansa-Management sind die Fronten verhärtet, es geht um Betriebsrenten, Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen.
Bei der AUA-Mutter Lufthansa gehen die Streiks des fliegenden Personals mit kaum veränderter Härte weiter. Am Dienstag fielen durch den zweiten Streiktag der Piloten erneut hunderte Flüge der Kerngesellschaft und der Regionaltochter Cityline aus.
An den Drehkreuzen Frankfurt und München mussten am Dienstag mehr als 900 Starts und Landungen abgesagt werden. In Salzburg wurden jeweils drei Lufthansa-Flüge von und nach Frankfurt gestrichen, in Wien wurden zwei Flüge gecancelt. Reisende aus Österreich, die über die Lufthansa-Drehkreuze Frankfurt oder München einen Kurz- oder Langstreckenflug gebucht haben, sind vom Streik betroffen. Starts des am Montag erstmals bestreikten Lufthansa-Ferienfliegers Eurowings fanden am Dienstag hingegen in Berlin, Düsseldorf und weiteren Flughäfen wieder planmäßig statt. Im Streit um die Betriebsrenten der Piloten wurde auch die Lufthansa Cargo bestreikt.
Auch Flugbegleiter streiken
Auch am Mittwoch und Donnerstag ist mit einer ähnlichen Situation zu rechnen, weil dann die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter ihre Arbeit niederlegen. Fünfte Streikwelle zum Festakt Mit der fünften Streikwelle des fliegenden Personals ab Mittwoch wird auch der für diesen Tag geplante Festakt zum 100. Jahrestag der Gründung der ersten Lufthansa überschattet.
Die Gewerkschaften planen eine Kundgebung vor der Unternehmenszentrale am Frankfurter Flughafen. Zu der Lufthansa-Veranstaltung im neuen Besucherzentrum des Unternehmens werden unter anderen Bundeskanzler Friedrich Merz und Verkehrsminister Patrick Schnieder (beide CDU) erwartet.
Fronten verhärtet
Zwischen den Tarifparteien sind die Fronten weiterhin verhärtet. Während die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit Angebote zu den strittigen Fragen um Betriebsrenten und Einkommen verlangt, lehnt das Management jedwede Kostensteigerungen bei der ertragsschwachen Kern-Airline ab. Jeder Streik verkleinere die betroffene Fluggesellschaft, hatte Personalchef Michael Niggemann gewarnt.
Ähnlich ist die Situation bei der Kabinengewerkschaft Ufo, die für bessere Arbeitsbedingungen nach dem Manteltarifvertrag streikt und für die Beschäftigten der Cityline einen Sozialplan erreichen will. In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Dienstag) hat Lufthansa-Chef Carsten Spohr klargemacht, dass Vorstand und Aufsichtsrat an der beschlossenen Strategie festhalten: „Wir operieren Flugzeuge ausschließlich dort, wo sie Wert generieren.“
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