Leica-Retter: "Die Alternative wäre, das Erbe zu verjubeln"

Andreas Kaufmann, LEICA
Foto: KURIER/Franz Gruber Andreas Kaufmann, Aufsichtsratsvorsitzender von Leica, beim Wiener Strategieforum

Wie der Salzburger Andreas Kaufmann die legendäre deutsche Marke vor der Pleite bewahrte. Und wie aus einem linken Revoluzzer ein Luxusproduzent wurde.

Andreas Kaufmann ist nicht einfach nur Leica-Mehrheitseigentümer. Er ist zugleich ein wandelnder Werbeträger. Als der KURIER den Industriellen am Rande des Wiener Strategieforums in der WU Wien zum Interview trifft, baumelt um seinem Hals eine Leica TL. Ans Sakko ist das markante rote Logo gepinnt. Und in den Manschetten stecken Knöpfe, in die  "0.95" graviert ist. Die jüngste Leica-Marke ist ein Gag für Fotografie-Insider: Die Zahl verweist auf die lichtstärksten Leica-Objektive.

Der Salzburger hat die legendäre deutsche Kameramarke Leica vor der Pleite bewahrt. Und seine eigene Biografie spannt einen bemerkenswerten Bogen - vom linken Revolutionär, Grünen-Gründer und Waldorf-Pädagogen bis zum Milliardenerben und Industriellen. Im KURIER-Interview erzählt Kaufmann, was der nächste fotografische Durchbruch werden könnte. Was er von einer Erbschaftssteuer hält. (Direkt hinspringen) Und: Wie viel Hippie heute noch in ihm steckt.

KURIER: Von Leica gibt es neuerdings Kopfhörer. Gibt es Grenzen, wozu die Marke passt?

Andreas Kaufmann: Natürlich, Hamburger wird es von uns nicht geben. Leica ist eine deutsche High-End-Marke. Die Preise sind luxuriös, aber dafür gibt es gute Gründe. Unsere Kopfhörer heißen 0.95, das ist eine Submarke für hochwertige Dinge, die zu uns passen. Denn Fotografen wissen: 0.95 ist besser als 1.

Mit Huawei haben Sie einen Vertrag bis 2021: Sie integrieren Leica-Kameras in Smartphones. Ist so ein Massenmarkt nicht eine Gratwanderung?

Gar nicht. 80 Prozent der Leute sind mit diesen Fotos zufrieden. 20 Prozent wollen mehr Kontrolle über die Tiefenschärfe, bessere Farben – für sie gibt es Kameras. Den Handytrend haben wir schon  2006 erkannt. Dass Fotografie mobiler wird, ist ein ureigenes Leica-Revier. Und hier wird Array-Technologie eingesetzt, unter bestimmten Bedingungen schießen zwei Systeme Aufnahmen, die in ein Bild zusammengerechnet werden.

Was ist daran neu? Digitalkameras rechnen doch jetzt schon viele Aufnahmen zusammen.

Ja, aber nur für Korrekturen. Array heißt, dass vier bis sechs Kamerasysteme unterschiedliche Kriterien abbilden; eines die Farbverläufe, eines monochrome Strukturen, etc.  Jedes Objektiv ist ein Kompromiss aus 8 bis 10 Parametern. Wenn ich die  einzeln abbilde, erhalte ich bessere Bilder. Ich muss es nur dummerweise zusammenrechnen. Das könnte ein Durchbruch werden. Aber bis ich die Spiegelreflex wegwerfen kann, wird es noch etwas dauern.

GERMANY PHOTOGRAPHY Foto: APA/EPA/Daniel Bockwoldt Leica hat das Kleinbildformat erfunden. Warum waren Sie so sicher, dass die Marke mit Digitalkameras funktioniert?

Es lassen sich immer tausend Gründe finden, warum etwas nicht funktionieren wird. Bei Leica waren Kompetenz, eine Marke und Know-how vorhanden – mehr als nach außen bekannt. Damit ließ sich was anfangen. Nehmen Sie eine schöne österreichische Marke: Ingelen.  Die Radios standen in jedem gutbürgerlichen Haushalt. Lässt sich das wiederbeleben? Nein, es ist leider nichts mehr da.

Aber die Leica-Kompetenz lag doch bei Optik und Mechanik, nicht bei digitaler Fotografie?

Nein, was immer übersehen wird: Leitz hat ab den 1960ern Elektronikbauteile entwickelt und gefertigt. Die erste Digitalkamera wurde 1996 produziert, da hatten andere noch gar keinen Plan.

Eine Leica M10 kostet fast 7000 Euro, und zwar ohne Optik. Wer kauft die?

Wer kauft einen Porsche, wo es auch Hyundai gibt? (lacht) Wer sich auskennt, der weiß, wie Leica seine Objektive baut. Und für die anderen ist es eh wurscht. Das Einfangen des Lichtes ist weiterhin eine große Kunst.

Ist Zeiss, die andere deutsche Optikmarke,  für Sie ein naturgegebener Konkurrent?

Nein, überhaupt nicht. Zeiss betrachten wir als ganz interessanten Produzenten, der in Deutschland fast nichts mehr herstellt. Das ist alles nach Japan ausgegliedert.

Auch Leica produziert nicht mehr alles in Deutschland.

Was kein Geheimnis ist. Wir haben seit 1973 eine Vorfertigung  in Portugal für  arbeitsintensive Vorgänge.  Die Assemblierung, das Testen, die hochwertige Technologie laufen in Deutschland. Deshalb mussten wir nie nach China gehen, das wäre idiotisch gewesen.  Die Einstiegskameras kommen seit 2001 von Panasonic aus Japan. Wir stellen Kleinserien her, bei uns können keine 300.000 Kameras vom Band purzeln.

Ist Industrie 4.0 - also Digitalisierung  und Automatisierung -  in der Leica-Produktion ein Thema?

Der Zusammenbau erfolgt weiter in großen Teilen händisch. Aber 4.0 ist ja nur ein Schlagwort –  wenn es um Qualitätssicherung, Messparameter, Produktionsdaten und die Verknüpfung bis zum Kundenservice geht, sind wir ein gutes Stück weiter, als man sieht.  

Leicas gelten als sehr wertbeständig. Digitalkameras haben aber generell extrem kurze Produktzyklen. Wie passt das?

Das ist Marketing. Die Industrie stellt sich selbst ein Bein, wenn sie alle drei bis sechs Monate Neuigkeiten ankündigt, die es nicht gibt. In Wahrheit sind die Zyklen zwei bis vier Jahre. Die Sensortechnologie ist im Kern seit 2005 unverändert.  Die Empfindlichkeit hat sich stark verbessert,  sonst wenig. Eine Leica Digilux 2 von 2004 mit fünf Megapixel macht zwanzig Mal bessere Fotos als ein Handy mit 20 Megapixel.

Ist  Leica heute dauerhaft über den Berg? Sodass das Geschäftsmodell auch in fünf oder zehn Jahren noch tragfähig ist?

Auf fünf Jahre lautet die Antwort ganz klar: Ja. Was in zehn Jahren ist, weiß heute kein Mensch. Wir gehen davon aus, dass es Leica auch dann noch gibt, weil das Einfangen des Lichts in großen Sensoren Sinn macht.

Wie ist das jüngste Geschäftsjahr gelaufen?

Wir geben keine Zahlen bekannt. Im Jahr davor hatten wird 365  Millionen Euro Umsatz und eine zweistellige Ebit-Marge. Gehen Sie davon aus, dass wir bei beidem eine Spur besser liegen.

Wo findet das Wachstum statt?

Einerseits in Asien, besonders China, wo wir jetzt selbst die Distribution übernommen haben. Auch in Deutschland werden wir etwas Wachstum haben. Die USA schwächeln etwas, weil es dort gar keine klassischen Fotohändler mehr gibt.  E-Commerce köchelt in einigen Märkten auf kleinerer Flamme, das wird noch gebündelt.

Wie viele Leica-Shops haben Sie aktuell?

Wir haben weltweit 300 Stores und Boutiquen, also Shop-in-Shop-Konzepte. 20 Prozent sind in Eigenbesitz, 80 Prozent mit Partnern. Die Eigendistribution ist wichtig,  um die Preise und die Marke zu steuern. Rabattschlachten sind nicht unser Thema.

Viele Luxusmarken leiden in China unter der Anti-Korruptionskampagne. Sie auch?

Das spüren wir nicht. Vielleicht hatte es früher einige Leica-Käufe als „Geschenk“ gegeben, aber das Hauptthema ist die Mittel- und Oberklasse, die sich für hochwertige Dinge interessiert. Fotografie wurde schon von Mao als Freizeitaktivität propagiert, bis heute sind die größten Fotoklubs in China.

Andreas Kaufmann, LEICA Foto: KURIER/Franz Gruber Sie waren früher Waldorf-Pädagoge, was meist wie eine kuriose Fußnote erwähnt wird. Wie sehen Sie diese Phase selbst?

Ja, offenbar gilt das als exotisch. Andere waren vielleicht Pfadfinder, Hundezüchter oder verbrachten die Jugend auf der Alm. Das ist Teil der Biografie, aus.

Aber sagt die Berufswahl nicht etwas über den Menschen aus?

Das war Anfang der 70er, da war man links und wollte die Welt verändern. Studiert habe ich dann halt Literaturwissenschaft und Politologie, irgendwann ist dabei ein Job herausgekommen.

Was hat Sie dann zu Ihren Management-Aufgaben befähigt?

Ich stamme aus einer Unternehmerfamilie. Die Haltung war: Verlangt wird Verantwortung  für die Arbeitsplätze und Einsatz, den Rest kann man lernen. Die andere Variante wäre gewesen, das Erbe zu verjubeln.  1998 habe ich eine E-Commerce-Firma gegründet,  die  2001 wie andere auch an die Wand gefahren ist.  Da lernt man rasch.

Dass Sie 2002 nach Österreich übersiedelt sind, hatte vermutlich steuerliche Gründe, oder?

Wieso? Unsere Firma Frantschach, heute Mondi, war immer in Österreich. Ich habe mich verschlechtert.

Österreichs ehemals vorteilshafte Stiftungsgesetze wurden mehrfach verschärft. Haben Sie heute gar keine Vorteile mehr?

Ich hatte schon damals keine. Als  Angestellter meiner Firma würde ich in Deutschland netto mehr verdienen. Aber wenn man mich fragt, woher ich  komme, sage ich: aus Salzburg. Die Wurzeln lagen immer in Süddeutschland und Österreich. Am liebsten hätte ich beide Pässe, aber das geht aus österreichischer Sicht nicht.

Österreich hat gegenwärtig keine Erbschaftssteuer, aber eine ständige Debatte darüber. Was spricht aus Ihrer Sicht dafür?

Für die Debatte gar nichts (lacht). Für die Steuer? Eine Erbschaftssteuer  heißt, dass nach dem Eintritt des Todes der Eigentumsbegriff aufgehoben ist. Warum das so sein soll, konnte mir bisher niemand intellektuell begründen. In Österreich und Deutschland spricht ganz wenig dafür, weil 80 Prozent der Firmen Familienbetriebe sind. Gibt es da keine Vorsorge, müsste ein Teil der Firma verkauft werden.

Wäre die Idee von Steuern nicht, etwas zur Erhaltung der Gesellschaft beizutragen?

Ja, das verstehe ich. Nur in welcher Form? Wer weniger verdient, trägt nichts bei, oder doch? All diese Begründungen funktionieren nicht, sondern landen bei reiner Taktik: Wie viel können wir uns einzuheben leisten, ohne dass die Leute aufschreien.

Sie haben drei Kinder. Was war das Wichtigste, das Sie ihnen mitgegeben haben?

Im Leben das zu tun, was sie gerne tun. Und sie wissen, was Geld wert ist und können mit wenig auskommen.

Könnten Sie das von sich selbst auch  noch sagen?

Ja, sicher. In den 80ern und 90ern hatte ich ein eher  schäbiges Gehalt. Und zwar nicht einmal als staatlicher, sondern als Waldorf-Lehrer.

Sie haben einmal gesagt, Sie empfanden das Vermögen eher als unangenehm. Wie das?

Das war so, als Linker in den 1970ern. Denken Sie an Tom Koenigs (deutscher Grünen-Abgeordneter, Anm.), der damals sein Bankiers-Erbe dem Vietcong geschenkt hat. Gut, ein etwas extremes Beispiel. Aber das kann man nur aus der Zeit heraus erklären.

Leben heute noch Reste aus dieser Zeit in Ihnen weiter?

Also, ich laufe nicht in Flowerpower-Hemden und Schlaghosen herum, das würde seltsam aussehen. Die Zeiten haben sich verändert. Das Recht auf individuelle Verwirklichung ist für mich aber  ein Thema geblieben.

Werden Sie selbst wieder in den Leica-Chefsessel steigen?

Nein.  Ich bin aber ein aktiver Aufsichtsratsvorsitzender, der intensive Gespräche über Strategie und Taktik führt.

Warum wechseln bei Leica die Chefs so oft?

Tun sie gar nicht. Der letzte CEO blieb fünf Jahre, der jetzige erfüllt seinen Drei-Jahres-Vertrag. Die Aufgabe ist herausfordernd, weil es Verständnis für die Marke braucht, für die internationale Aufstellung und dafür, wie ein Mittelständler funktioniert. Und Leica ist der einzige verbliebene Player in Europa. Hasselblad, Agfa, Kodak, Voigtländer, Rollei   – sie alle sind entweder weg oder von Chinesen aufgekauft.

Würden Sie die Mehrheit abgeben,  falls ...

(unterbricht) Nein. Ich weiß nicht, ob es 101 Jahre wie bei Frantschach sein werden, aber Leica  ist ein Langzeitprojekt.

Blackstone ist als Investor seit 2011 dabei, erstaunlich lange.

Private-Equity-Investoren sind immer Reisende auf Zeit, es gibt aber sicher schlechtere Beteiligungsmöglichkeiten als Leica. Für unseren Kurs ist es nicht so entscheidend, ob sie bleiben oder nicht.

Gab es bei der Leica-Sanierung einen Moment, der für den Erfolg entscheidend war?

Wenn Menschen die  Begeisterung spüren, können sie richtig laufen.  Wir sind 2007 mit dem S-System neu in das Mittelformat eingestiegen. Funktionsfertige Prototypen und Objektive – dazu brauchen andere drei Jahre. Wir haben es in einem Jahr geschafft. Weil allen klar war, das müssen wir machen.

Warum war das klar?

Weil wir 2007 und 2008 beweisen mussten, dass die Firma  trotz Finanzkrise überlebensfähig und innovativ ist.

Das  war also nach innen und gar nicht auf den Markt gezielt?

Beides.  Für Profi-Jobs wie Werbe- oder Architekturfotografie brauchen sie  Mittelformat weiterhin. Heute haben wir rund 20 Prozent Marktanteil, die Objektive werden sogar bei Kinokameras eingesetzt. Das zeigt, was man erreichen kann. Aber es war eine Grenzwanderung, die man nicht jedes Jahr macht.

Fotografie sollte einst den Moment für die Ewigkeit einfangen. Jetzt gibt es Snapchat; Fotos, die sich selbst löschen. Das kann Ihnen nicht gefallen, oder?

Dieser Effekt ist für 14-Jährige gedacht, die auf der Party halb betrunken Fotos schießen. Ich würde jede Wette eingehen: In ein paar Jahren ist Snapchat vermutlich wieder verschwunden.

Sicher? Das hätte ich von Facebook auch gedacht.

Nein, das wird sich lange halten. Facebook ist wie eine Dauerausstellung, wo ich zum Foto etwas mitteile. Was aber stimmt: Wir leben mit einer Bilderflut. Alle schießen, keiner schaut.

Zur Person

Andreas Kaufmann (63): Vom linken Revoluzzer zum Luxus-Produzenten

Im Clan tummeln sich große  Unternehmerpersonen  – ein Schwager hat die Biokette Alnatura gegründet, ein anderer dm. Und der Vater war einst Spitzenmanager bei Weleda Kosmetik. Andreas Kaufmann, geboren 1953 in Mannheim, wurde über Umwege Industrieller.

Er studierte Literatur, verdingte sich als Waldorf-Pädagoge und war Mitbegründer der deutschen Grünen. Dann erbte er mit zwei Brüdern das Vermögen der 1998 in Stainach verstorbenen Tante Harriett Hartmann –  Anteile am Papierriesen Frantschach, die nach und nach an Mondi verkauft wurden.

Der  „trend“ bezifferte das inoffizielle Familienvermögen 2016 mit 2,54 Mrd. Euro: Platz neun der reichsten Clans in Österreich. Ab September braucht Leica einen neuen Vorstandschef. Dass er selbst wie 2008/9 den Chefsessel besteigen könnte, schließt Kaufmann aus; er sei ein „aktiver Aufsichtsratsvorsitzender“.

Unternehmensikone

Was Leica zur Legende werden ließ

Foto-Ikonen, geniale Erfinder, hohe Qualität – und trotzdem fast pleite

Es sind ikonografische Bilder, die sich ins kollektive Gedächtnis gebrannt haben: Das nackte vietnamesische Mädchen, das vor einem Napalm-Angriff flieht (Fotograf: Nick Ut, 1972). Der Soldat, der im Spanischen Bürgerkrieg fällt (Robert Capa, 1936). Der Matrose, der auf dem Times Square eine Krankenschwester küsst (Alfred Eisenstaedt, 1945). Oder das Porträt des Revolutionärs Che Guevara (genau dieses - von Alberto Korda, 1960).

Genialer Einfall 1914

Sie alle wurden mit Leicas fotografiert. Dass der hessische Kamerahersteller selbst zur Ikone wurde, ist Oskar Barnack zu verdanken. Der Feinmechaniker der Optikfirma Leitz (Wetzlar) schraubte 1914 die erste Kamera zusammen, die Bilder auf 35-mm-Kinofilm aufnehmen konnte.

Das war eine geniale Idee, weil Fotografen fortan keine klobigen Kästen und Stative mehr schleppen mussten. Leica wird somit zum Synonym für Reportagefotografie, für höchstwertige Messsucherkameras und lichtstarke Objektive. Und trotzdem wandelt die Firma Mitte der 2000er am Rande der Pleite: Sie hat ihren technologischen Vorsprung verspielt und den Einstieg in die Digitalfotografie gehörig verschlafen.

Knackpunkt 2008

Die Wende bringt 2004 der Einstieg von Andreas Kaufmanns acm Projektentwicklung GmbH, die 2006 dem Luxushersteller Hermès weitere Anteile abkauft.  Leica schafft den Sprung ins digitale Zeitalter und erschließt neue Segmente. Der Knackpunkt sei 2007 und 2008 der Einstieg ins Mittelformat gewesen, wo sich Profis der Werbe- oder Architekturfotografie tummeln: „Wir mussten beweisen, dass die Firma trotz Finanzkrise überlebensfähig und innovativ ist.“ Andere würden dafür drei Jahre brauchen, Leica habe das „S-System“ in einem Jahr auf die Beine gestellt. 

Seit 2011 hält der US-Investor Blackstone 45 Prozent, seit 2016 läuft die Kooperation mit dem chinesischen Handyhersteller Huawei.  Gemeinsam testet man die „Array-Technologie“ aus: Vier bis sechs Kamerasysteme  fangen unterschiedliche Elemente ein – Farbverläufe, monochrome Strukturen, etc. Am Ende wird alles zusammengerechnet. Kaufmann: „Das könnte ein Durchbruch werden. Aber bis ich die Spiegelreflexkamera wegwerfen kann, wird es noch etwas dauern.“

Eigene Leica-Stores

Heute hat Leica 1600 Mitarbeiter, davon 720 in Deutschland. Weltweit gibt es 300 Stores und Boutiquen, davon 20 Prozent in Eigenbesitz. Zahlen fürs abgelaufene Jahr nennt Kaufmann nicht; im Jahr davor wurden 365 Mio. Euro Umsatz und eine zweistellige Gewinnmarge (Ebit) verkündet. „Gehen Sie davon aus, dass wir bei beidem eine Spur besser liegen.“

(kurier) Erstellt am
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