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Nach Razzia in Wien: Was wurde eigentlich aus Labubu?

Nach den kleinen Monstern kräht in Österreich kaum noch ein Hahn. Vorbei ist die Invasion dennoch nicht. Hersteller Pop Mart hat große Pläne, auch für Europa.
Counterfeit Labubu dolls are displayed by a street vendor in New York City

Fast punktgenau vor einem Jahr machte sich das chinesische Plüschmonster Labubu plötzlich an Wiens teuersten Adressen breit. Nur wenige der Standorte, an denen die (größtenteils gefälschten) Figuren zu Preisen zwischen 20 und 60 Euro verkauft wurden, gibt es bis heute. Das „La Bubben“-Geschäft auf der Mariahilfer Straße schloss wenige Wochen nach Eröffnung und verschenkte die Restbestände.

Der auffällige Pop-up-Store auf der Kärntner Straße bekam im September 2025 Besuch von der Finanzpolizei. Mehrere Verstöße wurden festgestellt, das Geschäft mit Absperrbändern verhängt. Vor acht Wochen eröffnete an derselben Adresse BluEmoon – ein Laden mit ähnlichem Sortiment, der diesen Freitag mit einem Produktrückruf wegen grober Sicherheitsmängel für Aufmerksamkeit sorgte. Vereinzelt finden sich auch dort Labubus in den Regalen, doch die Euphorie rund um das Monster scheint – zumindest in Österreich – verpufft zu sein. Und international?

Labubu breitet sich weltweit aus

Labubus gibt es seit über zehn Jahren, die Originale fertigt der chinesische Spielwarenhersteller Pop Mart. Die Aktie spricht gegen einen anhaltenden Boom – im vergangenen Jahr ist sie nach einem Rekord-Hoch im August 2025 um rund 43 Prozent eingebrochen. Anleger, die vor drei Jahren eingestiegen sind, können sich dennoch über ein Plus von 579 Prozent freuen.

Denn das Unternehmen ist seit dem globalen Hype auf massivem Expansionskurs, eröffnet großräumige Flagship-Stores in Metropolen weltweit und kommt Ende 2025 auf insgesamt 630 Standorte. Mit Sony Pictures wird sogar an einem Labubu-Film gearbeitet, zumindest wurden die Rechte gesichert. Auf das Monster allein will sich der Spielzeughersteller längst nicht verlassen.

Invasion mit Film, neuen Figuren & Backwerk

Vor wenigen Wochen eröffnete Pop Mart in Singapur die erste „Pop Bakery“ mit zuckersüßen Köstlichkeiten und natürlich genügend Möglichkeiten zum Spielzeug-Shoppen. Labubus spielen dabei eine untergeordnete Rolle, denn Pop Mart stützt sich auf ein ganzes Portfolio an Charakteren, die den asiatischen, amerikanischen und mittlerweile auch den europäischen Markt fluten.

Der Kunde beißt an – in jeder Alters- und Einkommensgruppe. Das altbewährte System, Spielzeug in sogenannten „Blind Boxes“ zu verkaufen (man weiß wie bei der Wundertüte nicht, welche Figur man bekommt), soll Pop Mart „auf ein ganz anderes Level“ gehoben haben, schreibt die South China Morning Post. Das schlägt sich auch in den Zahlen nieder. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte die Pop Mart Gruppe einen Rekordumsatz von rund 40,26 Mrd. Hongkong-Dollar (etwa 4,58 Mrd. Euro). Das entspricht einem deutlichen Anstieg von rund 185 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Zenit soll laut Plänen des Unternehmens damit nicht erreicht sein.

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