© Anadi Bank/Thomas Meyer Photography

Wirtschaft
12/21/2021

Kontoeröffnung und Kreditabschluss in der Trafik

In Zusammenarbeit mit Kärntner Anadi Bank können derzeit in landesweit 100 Trafiken Bankdienstleistungen abgewickelt werden.

von Robert Kleedorfer

Beim Kauf der Tageszeitung, von Zigaretten oder Parkscheinen gleich einen Kredit abschließen oder Geld vom Konto auszahlen lassen? In 100 Trafiken österreichweit ist dies möglich. In Zusammenarbeit mit der Anadi Bank, der Nachfolgerin der Hypo Kärnten, bieten 100 Geschäftsstellen dieses Service unter dem Namen „Marie“ bereits an. Gestartet wurde im September, inzwischen werde das Service landesweit angeboten, sagt Alp Dalkilic, Chief Digital Officer (CDO) und Head of FinTech der Anadi Bank, zum KURIER.

Angeboten wird zum einen ein Konto mit Bankomatkarte zum Preis von 3,90 Euro im Monat. Zum anderen Konsumkredite ab 3.000 Euro (bis 30.000 Euro). Die Vorgehensweise für Abschlüsse sei einfach, sagt Dalkilic. In den Trafiken gebe es ein Tablet-Terminal, der eine Registrierung und Identifizierung binnen weniger Minuten ermögliche. Dies funktioniere einfacher als daheim.

300 bis 500 Trafiken

Mittelfristig will Dalkilic 300 bis 500 Trafiken an das System anbinden und auch das Produktspektrum erweitern, etwa um Spar- oder Anlageprodukte. Auch Kredite für Klein- und Mittelunternehmen seien möglich. Mit einem solchen Angebot ist die Anadi Bank im Frühjahr in Kooperation mit einem Vertriebspartner in den deutschen Markt eingestiegen.

Wie viele Kunden Anadi in Österreich mit Marie gewinnen will, lässt Dalkilic offen. Nur so viel: Täglich würde eine Million Menschen eine Trafik aufsuchen. Der Vorstand sieht das Institut als Vollbank „mit einem ausgeprägten Fintech-Modell“. Von den 270 Mitarbeitern seien 40 Prozent schon im Digitalbereich tätig. Vom reinen Digitalgeschäft will sich Dalkilic aber abgrenzen und betont dabei neben den Trafiken, die es vor allem in Wien, Nieder- und Oberösterreich gibt, auch die 13 Filialen in Kärnten. Diese gibt es seit Bestehen der Anadi.

Hypo-Tochter

Die Austrian Anadi Bank ist die frühere Österreich-Tochter der Hypo Alpe Adria und seit sieben Jahren in britisch-indischer Hand. In Kärnten ist sie Hausbank des Landes, zudem finanziert sie zwei Drittel der Kärntner Gemeinden. Im Vorjahr wurde nach einem Verlust von 21,5 Mio. Euro ein knapper Gewinn von 500.000 Euro geschrieben. Die Kapitalquote verbesserte sich auf 15 Prozent. Im Privatkundenbereich verdoppelte sich das Kreditvolumen im Neugeschäft auf knapp 50 Millionen Euro. Heuer werde der positive Pfad deutlich fortgesetzt, so Dalkilic. Die genauen Zahlen werden im Jänner veröffentlicht.

Für die Expansion über Trafiken wird laut Dalkilic ein niedriger einstelliger Millionenbetrag investiert. Neue Filialen seien hingegen nicht vorgesehen.robert kleedorfer

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