Wirtschaft
11.05.2017

kitzVenture darf Anleger nicht in die Irre führen

Offenbar Riesen-Ärger wegen zahlreicher offener Rechnungen.

Die früheren Zampanos der dubiosen Veranlagungsfirma kitzVenture haben Riesen-Ärger und das an mehreren Fronten: Die Staatsanwaltschaft Innsbruck ermittelt wegen des Verdachts des Betruges und der Untreue und die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat ein Verwaltungsstrafverfahren wegen irreführender Werbung eingeleitet und 69.000 Euro Strafe verhängt. Die Vorwürfe werden bestritten. Zugleich hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) eine Einstweilige Verfügung erwirkt, mit der kitzVenture "irreführenden Angaben" über das Investment-Risiko untersagt wird. Das Oberlandesgericht Innsbruck hat diese Ansicht über die dubiose Werbung des Kitzbüheler "Start-up-Finanzierers" um den Deutschen Olaf Wittbrodt bestätigt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

"Der Durchschnittsverbraucher erhält durch die Werbung den Eindruck einer cleveren Geldanlage mit 9,75 Prozent Zinsen und einer optimalen Anlagemöglichkeit, was mit dem Risiko des Verlustes der Einlage nicht vereinbar ist", heißt es in dem 33 Seiten starken Urteil von Richterin Nina Rofner. "Bei der gegenständlichen Geldanlage droht der gänzliche Verlust der Anlage schon vor der Insolvenz, weil das Unternehmen trotz Fälligkeit kein Geld und auch keine Zinsen an Anleger zahlen muss, wenn es dadurch selbst in ernste finanzielle Schwierigkeiten geraten würde." Der Investor trage das Veranlagungsrisiko alleine.

Angeblich rund 470.000 Euro offen?

Auch mehrere Medienunternehmen haben mit kitzVenture noch Rechnungen offen. Oder anders gesagt: Die Medienunternehmen haben ihr Mahnwesen gegen kitzVenture auf Trab gebracht, weil Online-Inserate und TV-Werbung nicht bezahlt worden sein sollen. In letzterem Fall soll es um kolportierte 470.000 Euro gehen. Die Buchungen sollen mitunter auch über eine weitere Firma Wittbrodts erfolgt sein. Gründer Wittbrodt ist inzwischen bei kitzVenture nicht mehr an Bord.

In Sachen offene Rechnungen sagt ein Firmensprecher zum KURIER: "Es gab bereits einen Kapitalzufluss in die kitzVenture und derzeit wird an einer weiteren Kapitalerhöhung gearbeitet, um alle offenen Ansprüche befrieden zu können." Zur kolportierten Höhe der offenen Rechnungen heißt es knapp: "Die Anwälte müssen sich erst einen Überblick verschaffen."