Vor- und Nachteile der Lehre.

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Wirtschaft Karriere
01/26/2018

Fünf Vor- und Nachteile der Lehre

Jede Ausbildung hat Vor- und Nachteile: die Lehre auf dem Prüfstand.

von Andrea Hlinka

+ Die Welt braucht Praktiker Wenn Du dich für eine Lehre entscheidest, bist du einer von 30.000 Teenagern, die das jedes Jahr tun. Gut so. Die Welt braucht euch. Denn in Zeiten, in denen jeder glaubt, studieren zu müssen, sind Praktiker umso mehr wert, Fachkräfte umso mehr gefragt. Ihr seid von Tag eins an in der Arbeit einsetzbar, ihr fackelt nicht lange, ihr handelt. Ihr baut Häuser und Türme, Autos und Uhren, Frisuren und Blumenwelten. Zudem: Wenn du willst, kannst du nach der Lehre die Berufsreifeprüfung machen und ebenso ein Studium anhängen. Dann bist du überhaupt Master of the Universe.

+ Du verdienst Geld Als Lehrling bist du dein eigener Investor. Je nach Lehrberuf startet man im ersten Jahr mit rund 500 bis 800 Euro – je nach Kollektivvertrag. Diese sogenannte Lehrlingsentschädigung steigt mit jedem Lehrjahr an.

+ Du spielst in der großen Welt Du hast einen Chef, ein Einkommen, zahlst Sozialversicherungsbeiträge, bist selbst für dich verantwortlich – willkommen in der Welt der Erwachsenen. Das ist zwar manchmal unlustig. Aber dafür wirst du bald eine fertige Berufsausbildung haben, kannst deine Urlaube selber planen und zahlen oder dir bald ein eigenes Auto leisten .

+ Du beginnst deine Karriere mit 15 Während die anderen noch überlegen, wie sie die nächste Schularbeit schaffen, legst du mit 15 Jahren den Grundstein für deine Karriere. Klar, auch du besuchst die Berufsschule an meist zwei Tagen in der Woche, aber du kannst dich schon jetzt beim Chef profilieren. Du kannst herausstechen, vielleicht so sehr, dass du mit 18 Jahren schon Junior-Chef bist.

+ Du kannst Weltruhm erlangen Okay, das kannst du auch, wenn du in der Schule bleibst. Aber erst viel später. Denn als Lehrling kannst du an den Berufseuropa- oder Weltmeisterschaften teilnehmen, die in Ländern wie Abu Dhabi, Brasilien oder Schweden stattfinden. Dort matcht du dich mit anderen Nationalitäten und holst vielleicht eine Goldmedaille nach Hause.

- Du musst dich früh entscheiden Mit 14, 15 Jahren eine Entscheidung fürs Leben zu treffen ist schwierig und mutig. Die anderen, die in der Schule bleiben, reiten noch auf der Welle der Banalitäten, während du zwischen etwa 210 Lehrberufen wählen musst. Darunter sind Evergreens wie Einzelhandelskaufmann und Automechanikerin, aber auch Luftfahrttechniker, Optiker oder Pharmatechnologie stehen zur Auswahl. Es lohnt sich also, sich gut zu informieren und die Berufspraktischen Tage zu nützen.

- Wenig Freizeit Du gehst nicht nur in die Berufsschule, sondern du hast auch einen Job – als Lehrling hast du somit eine 40-Stunden-Woche (beziehungsweise zählt sie so viele Stunden, wie im Kollektivvertrag deiner Branche festgelegt ist). Und das über drei Jahre – so lange dauern die meisten Lehrausbildungen. Gut zu wissen: Überstunden darf man erst ab 18 Jahren machen.

- Gehalt steigt weniger an Du verdienst zwar früh dein erstes Geld, aber Maturanten oder Akademiker hängen dich trotzdem irgendwann in puncto Einkommen ab. Während ausgelernte Fachkräfte, das bist du, wenn du eine Lehre abgeschlossen hast, mindestens rund 17.000 Euro brutto jährlich verdienen, bekommen Maturanten zwischen rund 26.000 und 28.000 Euro pro Jahr. Für Akademiker mit Masterabschluss gibt es im ersten Jahr – je nach Fachrichtung – 25.000 bis 37.000 Euro brutto.

- Das Image von der Lehre ist oft mies Seit Jahren bemängeln Betriebe, das Bildungsniveau der Schulabgänger sei nicht ausreichend. Aus diesem Grund sind sogar etliche Lehrstellen frei. 2016 waren es alleine in Wien rund 600. Das Gute daran: Du kannst leicht glänzen. Gerade als Mädchen in einem technischen Bereich stehen deine Chancen gut, geradezu königlich behandelt zu werden.

- Mühsamer Wechsel Du bist ein Spezialist in deinem Bereich. Das wird dann zum Nachteil, wenn du mit deinem Beruf unzufrieden bist. Denn ein Wechsel in eine fremde Branche ist nur mit viel Aufwand möglich.

Drei beliebte Lehrberufe:

Bei der Vielzahl an Lehrberufen ist es oft gar nicht so einfach, eine Entscheidung zu treffen. Hier eine Auswahl der beliebtesten Lehrberufe:

Metalltechnik: Der mit Abstand beliebteste Lehrberuf bei Burschen war 2020 laut WKO-Statistik die Lehre zum Metalltechniker. Im vergangenen Jahr waren hier 9.538 Lehrlinge in Ausbildung. Als Metalltechniker bist du Experte für alles rund ums Metall. Deine Aufgaben in diesem technischen Beruf reichen von der Metallbearbeitung und der Herstellung von Bauteilen und fertigen Metallprodukten bis hin zur Produktion und Überwachung ganzer Maschinen und Anlagen. In deiner Lehrausbildung erfährst du, wie du Metalle und andere Stoffe mittels verschiedener Techniken, wie Schweißen, Feilen, Kleben und Löten bearbeitest, spezielle Werkzeuge benutzt und Maschinen wartest und reparierst. 

Einzelhandel: Ebenfalls beliebt ist eine Lehre im Einzelhandel. Hier dreht sich alles rund um Waren: Du berätst Kunden bei deren Einkauf, gibst Auskünfte zum Sortiment, Preisen und aktuellen Angeboten. Daneben organisierst du die Beschaffung, also den Einkauf von Waren, die Lagerung und den Verkauf. Daher gehören auch Bürotätigkeiten zum Beruf. Du beobachtest den Markt, die Konkurrenz und den Warenfluss im eigenen Geschäft und entscheidest dann, wie das Sortiment aussehen soll. 

Pharmazeutisch-kaufmännische Assistenz: 2020 war dieser Beruf bei Mädchen unter den Top Fünf der beliebtesten Lehrberufe. Als pharmazeutisch-kaufmännische Assistenz unterstützt du Apotheker bei deren täglichen Aufgaben. Du kümmerst dich um die Verfügbarkeit von Medikamenten in Apotheken und Drogerien. Dazu bestellst du fehlende Arzneimittel und sorgst für die richtige Lagerung. Im Verkauf berätst du Kunden über freiverkäufliche Arzneimittel. Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich ist die Arbeit im Labor. Dazu gehören beispielsweise die Herstellung von Arzneimitteln, wie Salben, Tinkturen oder Tropfen, sowie das Reinigen und Desinfizieren von Behältern, Geräten und Werkzeugen. In deiner Lehre lernst du, was pharmazeutische Fachbegriffe bedeuten, welche Gefährlichkeitsmerkmale und Gefahrensymbole es bei Chemikalien gibt und wie man Marketingmaßnahmen durchführt.

Aktualisiert am 26.04.2021 von Theresa Kopper

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