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Wirtschaft Immobiz
11/09/2020

Was die Mieten nach oben treibt

In den vergangenen fünf Jahren hat sich Wohnen spürbar verteuert, Die monatlichen Kosten für private Mietwohnungen sind um 12,2 Prozent auf 9,3 Euro pro Quadratmeter gestiegen.

von Ulla Grünbacher

Die Wohnungsmieten in Österreich haben sich in den vergangenen fünf Jahren spürbar verteuert. Das geht aus aktuellen Erhebungen der Statistik Austria hervor. Die durchschnittliche Monatsmiete inklusive Betriebskosten stieg für Hauptmietwohnungen in Österreich im Zeitraum zwischen 2015 und 2019 um 12,4 Prozent. 2019 lag die Durchschnittsmiete österreichweit bei 8 Euro pro Quadratmeter, wobei Wohnungen, die neu angemietet werden, teurer sind als bestehende Altmietverträge. Von den durchschnittlich acht Euro Mietkosten entfielen im Vorjahr rund sechs Euro auf die reine Miete, der Rest waren Betriebskosten. Das waren um fast 16 Prozent mehr als 2015.

Erheblich Unterschiede zwischen bestehenden und neuen Mietern

Wer in den vergangenen zwei Jahren eine private Hauptmietwohnungen neu angemietet hat, musste mit einer Durchschnittsmiete von 10,5 Euro pro Quadratmeter rechnen. Deutlich günstiger wohnen mit durchschnittlich 5,5 Euro pro Quadratmeter im Monat all jene, deren Mietvertrag bereits seit 30 Jahre oder länger besteht, die bereits über einen so langen Zeitraum ein und dieselbe Wohnung mieten oder in einen bestehenden Mietvertrag eingestiegen sind. „Die Höhe der monatlichen Miete hängt unter anderem von der Mietdauer, der Region und dem Mietsegment ab. Davon hat die Mietdauer den größten Einfluss auf den Quadratmeterpreis“, sagt der Generaldirektor der Statistik Austria Tobias Thomas. Allerdings erklärten diese Einflussfaktoren nur einen vergleichsweise geringen Teil der Miethöhe. „Hinzu kommen andere Faktoren wie das Wachstum der Bevölkerung und die damit steigende Nachfrage nach Wohnraum.“

Privatmarkt ist teuer als geförderter Bereich

Die Wohnungskosten am Privatmarkt (ausgenommen Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen) sind teurer als jene im geförderten Bereich. Am Privatmarkt lagen die Mieten inklusive Betriebskosten im Vorjahr bei durchschnittlich 9,3 Euro und damit um 12,2 Prozent höher als 2015. Bei den Genossenschaftswohnungen waren es 7,2 Euro (plus 12,2 Prozent) und in Gemeindewohnungen durchschnittlich 6,8 Euro (plus 8,6 Prozent).  Die Höhe der Mieten hängt jedoch nicht nur von der Art der Wohnung ab (privat oder gefördert), sondern auch von der Region. Im Westen Österreichs müssen Mieter merklich tiefer in die Geldbörse greifen als im Osten. Am höchsten waren die durchschnittlichen Mietkosten inklusive Betriebskosten im Jahr 2019 in Salzburg mit 9,5 Euro pro Quadratmeter und Monat, gefolgt von Vorarlberg (9,3 Euro) und Tirol (8,8 Euro). Am günstigsten waren Hauptmietwohnungen im Burgenland (6,0 Euro), in Kärnten (6,3 Euro) und in Niederösterreich (7,0 Euro). In der Bundeshauptstadt lag die durchschnittliche Miete inklusive Betriebskosten bei 8,4 Euro im Monat.

Größe der Wohnungen

Erhoben wurde außerdem, wie groß Mietwohnungen im Durchschnitt sind. Die durchschnittliche Fläche bei Mietwohnungen betrug 2019 im Österreich-Durchschnitt rund 69 Quadratmeter, während Eigentumswohnungen mit 128 Quadratmetern deutlich größer sind. Nach Bundesländern betrachtet war die durchschnittliche Mietwohnung im Burgenland mit rund 80 Quadratmetern am größten, gefolgt von Niederösterreich (73 ) und Vorarlberg (71 ). Das Schlusslicht war Salzburg mit rund 65 Quadratmetern, ebenfalls auf weniger Raum lebt man in der Steiermark (66 ). In Wien lag die durchschnittliche Wohnfläche pro Mietwohnung bei 67 Quadratmetern. Die Wohnfläche pro Person sei – ausgenommen in Wien – gestiegen, erhob die Wiener Städtische Versicherung. „Das zeigt, dass Single-Haushalte boomen,“ sagt Vorständin Doris Wendler.

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