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06/22/2020

Rosen, Hortensien & Rhododendron: Tipps für die Gartenklassiker

Rosen, Hortensien und Rhododendron: Wie man sie gut durch den Sommer bringt erklärt Bio-Gärtner Karl Ploberger.

von Claudia Elmer

Geliebt, gelobt und nicht ganz pflegeleicht: Rosen Hortensien und Rhododendron zählen zu den beliebtesten Klassikern im Garten. Was sie mögen, was sie brauchen und was sie nicht vertragen erklärt TV-Bio-Gärtner Karl Ploberger.

1. Rosen - So geht es den Königinnen gut

  • Pflanzzeit Im Herbst, dann wachsen sie besser an und haben  im Frühling einen Wachstumsvorsprung. Kauft man sie im Topf, kann man sie auch jetzt pflanzen.
  • Boden Salz- und säurearm  (pH-Wert 5,5 - 7). Wichtig: Niemals Torf! Besser Lehm mit Sand und Kompost.
  • Standort  Ein luftiger Ort an der Sonne (ca. 5 h/Tag), nicht zu nah an Mauern und Wänden.
  • Gießen In den ersten Jahren  – später holen sich die Pfahlwurzler selbst Wasser aus dem tieferen Boden.
  • Düngen Zweimal pro Jahr – zeitig im Frühjahr und jetzt gleich nach der Blüte. Nicht überdüngen (Bodenprobe) und nicht direkt nach dem Einpflanzen.
  • Rückschnitt Im Spätwinter (wenn die Forsythie blüht) der kräftige Schnitt. Jetzt nur Edelrosen auf das erste voll entwickelte Blatt (5-teilig).

 

 

Wie beugt man Schädlinge und Pilzkrankheiten vor?
Karl Ploberger: „Das Wichtigste ist der richtige Standort. Wer mit Schachtelhalmextrakt und Effektiven Mikroorganismen ein Mal wöchentlich die Blätter übersprüht, stärkt die Pflanze. Schädlinge verhindert man, in dem man Marienkäfer, Florfliegen und natürlich den Vögeln im Garten ein Zuhause gibt. Das heißt, Nistkästen und ein wenig Unordnung (Laub liegen lassen!), damit sich die Tierchen verstecken können.“
Welche Sorte ist für welchen Garten geeignet?
„Es gibt 20.000 - 30.000 Sorten – wie da den Überblick bewahren? Es gibt ein Geheimkürzel: „ADR“ – Allgemeine Deutsche Rosenneuheiten Prüfung. Hat die Rose diese Auszeichnung wird sie weniger schnell krank, ist frostfester und extrem blühfreudig. Meine Favoriten sind Ramblerrosen, die benötigen kaum Pflege und erobern große Bäume im Nu.“
Tipps für eine reiche Blüte?
“Der richtige  Schnitt  macht Edelrosen zu wahren Blühgiganten. Strauch- und  Kletterrosen nur ausschneiden. Historische- und Wildrosen nicht schneiden, sie blühen auf den Vorjahrestrieben. Damit der Herbst bunt wird: Hagebutten bei Wildrosen stehen lassen.“

2. Rhododendron - So gelingt eine reiche Blüte

  • Pflanzzeit Ende April/Mai oder Herbst. Da die immergrünen Sträucher Flachwurzler sind, nicht zu tief in die Erde  eingraben.
  • Boden Locker, humusreich und absolut kalkfrei.  Rhododendronerde einmischen ist meist zu wenig.
  • Standort Halbschatten (keine direkte Sonne zur Mittagszeit) – das ist vor allem im Winter wichtig, damit sie bei Frost nicht vertrocknen. Eingesperrt in engen Kübeln fühlen sie sich nicht wohl.
  • Gießen Trockenheit verzeiht sie schwer: Der Boden sollte immer feucht, aber nie staunass sein. Am besten mit kalkfreiem Regenwasser gießen.
  • Düngen Im März oder April, acht Wochen vor der Blüte und unmittelbar danach ein zweites  Mal.  Als guter  organischer Dünger hat sich Kaffeesatz bewährt.
  • Rückschnitt Kann man, aber sollte man nicht machen. Ist er zu groß oder im Inneren kahl, kann man im Frühjahr die längsten Triebe im Strauchinneren bei einer Verzweigung zurückschneiden.

Dem Rhododendron eilt ein schwieriger Ruf voraus – warum eigentlich?
Karl Ploberger: „Weil der Boden und das Klima nicht wirklich ideal sind. In England werden sie „Waldunkraut“ genannt, weil der Boden kalkfrei und das Wetter im Sommer feucht und im Winter nicht zu kalt ist.“
Was braucht er, um sich wohlzufühlen, was verträgt er nicht?
„Er liebt viel saure Erde (Moorbeeterde oder Lauberdekompost), die alljährlich ergänzt wird. Nicht zu viel, fünf Zentimeter sind ideal. Davor Dünger streuen.  Das Gießen mit Kalkwasser macht ihm langfristig sehr zu schaffen. Extreme Trockenheit im Sommer macht ihn anfällig für Krankheiten.“
Was muss man tun, damit sich die Sträucher gut entwickeln?
„Wer den Boden 30 cm ausgräbt (Durchmesser 80 cm) und mit kalkfreier Erde pflanzt, regelmäßig düngt und mit Regenwasser gießt, hat prächtige Blüten. Blühzeitpunkt gestaffelt wählen! Und die neuen INKAHRO-Typen setzen, die sind kalkverträglicher.“

 

 

3. Hortensie - So bleibt die Blütenpracht erhalten

  • Pflanzzeit: Jetzt und im Herbst
  • Boden: frei von Kalk. Ideal ist Lauberdekompost oder Rhododendronerde
  • Standort: Halbschattig, denn in der vollen Sonne verbrennen Blätter und Blüten
  • Gießen: Viel! Hydrangea – so der botanische Name – heißt Wassersuchende.
  • Düngen: Viel! Aber  kein Universaldünger (zu hoher Phosphorgehalt)  sondern ausschließlich organischer  Rhodo-Dünger (der enthält Schwefel, der Kalk neutralisiert). Auch sie mögen Kaffeesatz.
  • Rückschnitt: Schneeball und Rispenhortensien werden stark geschnitten. Alle anderen nicht, denn die blühen auf den Vorjahrestrieben.

Was kann schief gehen?
Karl Ploberger: „Wer zu viel schneidet, hat meist nur eine „Grün“-Pflanze. Die Schneeballhortensie, also die berühmte „Annabelle“, fällt leicht um. Trick: Geschnittene  Äste als Leitgerüst in die Pflanze stecken, dann halten sich daran die Triebe und Blüten.“  
Wie behalten sie ihre Farbe?
„Sauer macht nicht lustig, sondern hält in diesem Fall die Farbe – konkret die Farbe blau. Die gibt’s nur bei kalkfreiem Boden. Sonst werden die Blüten rosa.“
Welche Sorte blüht am längsten?
„Ideal sind die neuen Sorten „Forever and ever“ oder „Endless Summer“. Sie blühen immer wieder, wenn man sie (wirklich) viel düngt. Rhododendrondünger alle 2-3 Wochen einstreuen.“