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Wirtschaft Immobiz
10/20/2021

Mietpreise im Vergleich: Wien soll nicht Berlin werden

Studie: In Berlin, London und Paris gehen die Wohnungsmieten durch die Decke, Wien steht aufgrund des sozialen Wohnbaus besser da. Aber die freien Mieten ziehen an.

Londons Haushalte legen rund die Hälfte ihres Einkommens für die Miete ab, auch in Berlin, Hamburg und Paris belasten die Wohnkosten die Wohnungsmieter enorm. In Wien wohnt es sich vergleichsweise günstig.

Wiener geben rund 27 Prozent ihres Einkommens für die Miete aus. Einer der Hauptgründe dafür sind die geförderten Wohnungen. Das geht aus einer aktuellen Studie der Arbeiterkammer hervor. Doch es gibt ein „Aber“: Der freie Wohnungsmarkt in Wien haben sich verteuert, so die Arbeiterkammer und verweist auf Investoren, welche die Mieten in die Höhe getrieben hätte.

„Wien hat doppelt so viele soziale Wohnungen wie London und Paris. Diese sind stets von explosiven Preisentwicklungen am Bodenmarkt abgekoppelt. Zudem werden sie kostendeckend verwaltet, es geht nicht um Profite“, betont AK-Experte Lukas Tockner.

Das höchste Mietniveau unter den fünf untersuchten Städten hat dabei Berlin: „Die Stadt hat den sozialen Wohnbau in den 1990-er Jahren privatisiert und die Förderungen deutlich zurückgefahren, erst 2012 folgte ein Stopp der Privatisierungen, gibt TU-Experte Justin Kadi vom Institut für Finanzwissenschaft und Infrastrukturpolitik zu bedenken.

Dieses Problem hat Wien nicht. Aber die Wohnungsmieten sinken auch nicht. Thomas Ritt, Leiter der Arbeiterkammer Abteilung Kommunal und Wohnen: „Trotz vieler neuer, privater Wohnungen ist von sinkenden Mietpreisen keine Spur. Immer mehr Investmentfonds parken ihr Geld in neu errichteten, frei finanzierte Wohnungen.“

Interessant ist auch ein Blick auf die Grundstückspreise in der Bundeshauptstadt: Innerhalb von nur neun Jahren haben sich die Preise für Grund und Boden mehr als verdoppelt. Konkret sind sie zwischen 2010 und 2019 um satte 124 Prozent gestiegen. Allerdings sind sie in Berlin im gleichen Zeitraum um das Fünffache gestiegen (409 Prozent), rechnet die Arbeiterkammer vor.

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