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Wirtschaft Immobiz
07/25/2021

Do's und Dont's beim Unwetter: So schützen Sie Ihr Heim

Wetterextreme: Wie man sich selbst und seine vier Wände schützen kann, verrät Naturgefahren-Experte Johannes Hübl.

von Nicole Zametter

Die Bilder der Hochwasser-Katastrophen der vergangenen Wochen sind omnipräsent. Unfassbar das Leid, die Zerstörung, die Naturgewalt. Wie man sich gegen so enorme Wassermengen hätte schützen können, ist wohl eine Frage, die Landschaftsplaner und Stadtentwickler in Zukunft klären müssen. Doch jeder Einzelne kann gewisse Maßnahmen setzen, die seine eigene Sicherheit steigern und auch Haus und Hof besser schützen. Denn auch Hagel, Sturm oder Gewitter können Schäden anrichten und Starkregen zu punktuellen Überschwemmungen führen.

Generell wird empfohlen, Unwetter- und Hochwasser-Apps zu nutzen, die rechtzeitig warnen können. Doch das allein ist nicht genug, wissen vor allem die direkt Betroffenen nur zu gut. Johannes Hübl, Leiter des Instituts für Bautechnik und Naturgefahren an der Universität für Bodenkultur Wien, rät: „Gerade in Risikogebieten ist es wichtig, sich bereits im Vorfeld zu überlegen: Was kann passieren und wie gehe ich mit der Situation dann um.“

Unwetter-Notfallplan erstellen

Durch Vorbeugende Schutzvorkehrungen können Schäden vermieden oder wenigstens begrenzt werden. Der Experte für Naturkatastrophen rät deshalb dazu, die „3 V“- Regel zu befolgen: „Die Vorbereitung im Alltag, sprich einen Notfallplan erstellen und eventuell mobile Schutzsysteme bereithalten. Dann die Vorbereitung im Ereignisfall: Dazu zählt etwa die akute Anbringung der Schutzsysteme oder das Deaktivieren der Haustechnik. Und letztlich das Verlassen des Gebäudes: Wichtig ist, seine Fluchtwege zu kennen.“ All das klingt so selbstverständlich, doch tatsächlich sind wir in Extremsituationen oft überfordert, handeln durchaus unlogisch. Nicht selten kommt es vor, dass Menschen beim Versuch ihr Hab und Gut zu retten, in den sicheren Tod tappen. Allerdings ist nichts so wirksam, wie präventive Maßnahmen bereits im Vorfeld oder beim Hausbau: „Abflussmulden schaffen oder erhöhte Eingänge können bereits vieles abhalten. Dass die gesamte Haustechnik noch immer standardmäßig im Keller installiert wird, ist fatal. Da entsteht schnell enormer Schaden, der leicht zu verhindern wäre, würde der Platz dafür zum Beispiel im Obergeschoß geschaffen werden“, mahnt Hübl zum vorausschauenden Handeln.

Im Akutfall: Darauf sollten Sie unbedingt achten

Bewegliche Gegenstände sichern: Fahrzeuge unterstellen, Gartenmöbel, Spielgeräte etc. verräumen sowie Fenster und Türen zu schließen. Oft werden Häuser durch Abflussrohre geflutet, nicht von außen. Ist die Kanalisation überfordert, drückt das Wasser teils von unten durch die Abflussrohre nach oben ins Gebäude. Deshalb überprüfen Sie regelmäßig die Rückstauklappen. Diese schützen das Badezimmer und Küche vor der Überflutung bei Starkregen. Eine einfache Maßnahme, um das Dach zu sichern, sind sogenannte Sturmklammern. Diese Metalldrähte fixieren die Dachziegel am Dachstuhl. Da Sturmschäden etwa an Dächern durch eine Druck- und Sogwirkung zustande kommen, hilft diese relativ kostengünstige Maßnahme sehr effektiv, Sturmschäden am Dach zu verhindern.

Bei Gewitter elektrische Geräte vom Strom nehmen oder einen Überspannungsschutz verwenden. Bei einer Mehrfachsteckdose mit Kippschalter, reicht das Ausschalten nicht aus. Die Energieleiste sollte man ebenfalls komplett vom Netz nehmen. Vor allem bei Überschwemmungen gilt: Strom abschalten! Insbesondere, bevor man den nassen Keller betritt. Auch sollten gefährliche Stoffe oder Chemikalien regelmäßig entsorgt oder so gelagert werden, dass das Wasser sie nicht erreicht. Gerade tiefer liegende Garagen können bei Hochwasser zur tödlichen Falle werden, Auto im Notfall also lieber stehen lassen. In erster Linie aber gilt immer: Die Familie, die Haustiere und sich selbst zuerst in Sicherheit bringen.

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