© Francesco Galli / La Biennale

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06/06/2021

Architektur-Biennale Venedig: Wie wollen wir leben?

Die Architektur-Biennale in Venedig beschäftigt sich mit den Themen Ökologie, nachhaltige Baustoffe und neuen Formen des Zusammenlebens.

von Ulla Grünbacher

Die diesjährige Architekturbiennale in Venedig, die vor wenigen Tagen eröffnet wurde, steht unter dem Motto „Wie werden wir zusammenleben?“ und wurde von Hashim Sarkis kuratiert, der die Architekturfakultät am MIT in Boston leitet. Die Fragen könnte auch lauten: Wie sollen unsere Städte einmal aussehen und welche Rolle spielt übernimmt dabei die Architektur.

Österreich ist wie viele andere Länder mit einem Pavillon vertreten, kuratiert von den beiden Architekturwissenschaftlern Peter Mörtenböck und Helge Mooshammer. Ihr Ansatz: der Platform-Urbanismus unter dem Titel „We Like. Platform Austria“. Sie wollen zeigen, dass das Leben zu einer Summe von Abos wird. Gemeint sind Plattformen von AirBnB, Carsharing- und E-Roller-Dienste bis hin zu Co-Living-Spaces. Wie sich das Leben und die Architektur einer Stadt durch diese Plattformen verändert, wird zum Thema gemacht.

Viele Länder, die hier vertreten sind, beschäftigen sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und Umwelt, aber auch das Thema, wie Gemeinschaft entstehen kann, steht im Mittelpunkt. Die Art der Darstellung unterscheidet sich. Durch den dänischen Pavillon fließt zum Beispiel Regenwasser, das am Dach gesammelt wurde, um zu zeigen, wie wichtig Wasser für das Leben auf der Erde ist. Im Pavillon der nordischen Länder Schweden, Norwegen und Finnland sind raumhohe Baumstämme zu sehen. Das Dach ist an manchen Stellen offen, die Bäume wachsen außerhalb des Gebäudes weiter.

Das Thema Stadt-Land ist ebenfalls präsent. Schließlich hat der Lockdown in vielen Ländern eine (zeitlich begrenzte) Stadtflucht ausgelöst. Basierend auf dem Wunsch nach einem selbstbestimmten Wohnen im Grünen, außerhalb der Tore der Stadt. Die Ausstellung „Borgoalive! #SmartNeighbourhood“ beschäftigt sich mit der Revitalisierung italienischer Dörfern. Kuratiert von Architekt Roberto Pirzio-Biroli und veranstaltet vom Concilio Europeo dell’Arte zeigt die Schau die Scuola di Ricostruzione Accumoli, initiiert vom Department für Bauen und Umwelt der Uni für Weiterbildung Krems. Die Ausstellung  beschäftigt sich mit der Arbeit des Architekten Roberto Pirzio-Biroli zu der Revitalisierung italienischer Dörfer, es sind aber auch Beispiele aus Deutschland und Österreich vertreten. Es ging darum, wie man Dörfer mithilfe der Bevölkerung wieder aufbaut. Diese langfristigen Erfahrungen wurden an die Studierenden und Kolleginnen des österreichischen Departements für Architektur weitergegeben, die später gemeinsam mit  Pirzio-Biroli eine Schule für den Wiederaufbau in Venzone gegründet haben. In Venzone wurde für jedes Stadtviertel eine Kooperative mit den  Bewohnern gegründet. Dabei wurde eine Methodik entwickelt, die Pläne in Form von Zeichnungen auf Tafeln darzustellen.

Zahlen, Fakten und Nebenschauplätze

Wer nicht in Venedig vor Ort ist und dennoch teilnehmen will, wird im Wiener MAK fündig. Hier ist eine Dependance untergebracht, gezeigt werden 100 Projekte aus aller Welt, die Lösungen für das kommende Jahrzehnt darstellen. Auch viele Beiträge bei der Biennale in Venedig sind für all jene, die nicht vor Ort sein können, online erlebbar. Neben der großen Hauptausstellung gibt es über 60 Länderpavillons auf dem Gelände des Arsenale und der Giardini zu besichtigen – mehr als in den Jahren zuvor.  112 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus  46 unterschiedlichen Ländern sind vertreten. Zu sehen ist die Biennale noch  bis 21. November.  www.labiennale.org

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